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Demonstranten in Hongkong müssen bis Donnerstag die Zelte abbrechen

Ein Gericht hat die Räumung der Protestcamps in der Hongkonger Innenstadt angeordnet. Bis Donnerstagmorgen haben die prodemokratischen Demonstranten Zeit, um ihre Zelt abzubrechen.

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Demonstranten in Hongkong müssen bis Donnerstag die Zelte abbrechen

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Das zentrale Protestcamp der Demonstranten in Hongkong soll am Donnerstag geräumt werden. Das hat ein Gericht entschieden. Ein Busunternehmer hatte geklagt, da er durch die Blockade der Innenstadt, die bereits seit mehr als zwei Monaten andauert, hohe Umsatzeinbußen verzeichnen musste. Mit der Räumung soll eine mehrspurige Straße in der Nähe des örtlichen Regierungssitzes wieder für den Verkehr frei werden. Die Teilnehmer sind auf ausgehängten Erklärungen des Gerichts dazu aufgerufen, bis Donnerstag ihre Zelte und Barrikaden abzubauen – dann kommen Sicherheitskräfte und räumen das Camp.

Meinung

Wenn es um konkrete Ergebnisse geht, haben wir nichts vorzuweisen.

Der Protest richtet sich gegen die Regierung in Peking, die im Jahr 2017 zwar zum ersten Mal Wahlen in der Sonderverwaltungszone Hongkong zulassen will, die freie Bestimmung der Kandidaten jedoch verweigert.

Seit mehr als zwei Monaten campieren die prodemokratischen Demonstranten unter anderem in dem Viertel Admiralty. Teilnehmer der Bewegung ziehen Bilanz. “Vielleicht hat die Bewegung zu lange gedauert”, sagt eine Sozialarbeiterin. “Als normale Bürgerin denke ich, ‘was sollen wir noch machen’? Sollen wir für immer hier bleiben? Wenn wir wollen, dass sich etwas bewegt, dann müssten wir für eine Weile ruhig sein und uns eine andere Strategie überlegen”. Ein junger Mann meint: “Wenn es um konkrete Ergebnisse geht, haben wir nichts vorzuweisen. Weder die Regierung von Hongkong, noch die chinesische Zentralregierung haben Zugeständnisse gemacht. Dabei haben die Studenten ihre Forderungen seit Beginn der Proteste verringert. Die Studenten, die in den Hungerstreik getreten sind, wollen jetzt nur noch ein Treffen erreichen. Doch auch diese Forderung wurde abgelehnt.”

Der BBC zufolge musste Joshua Wong, einer der Protestführer, seinen Hungerstreik auf ärztlichen Rat beenden. Drei weitere Studenten führen den Protest jedoch weiter und wollen insgesamt 104 Stunden keine Nahrung zu sich nehmen.