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Trauer um "Charlie-Hebdo"-Polizistenopfer

In der französischen Gemeinde Livry-Gargan nordöstlich von Paris hat es heute eine Trauerfeier für Ahmed Merabet gegeben. In dem Wohnort des

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Trauer um "Charlie-Hebdo"-Polizistenopfer

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In der französischen Gemeinde Livry-Gargan nordöstlich von Paris hat es heute eine Trauerfeier für Ahmed Merabet gegeben. In dem Wohnort des muslimischen Polizisten, der bei der Attacke auf das Satiremagazin “Charlie Hebdo” am Mittwoch getötet wurde, versammelten sich Hunderte von Menschen. Der 42-Jährige war auf Fahrradstreife gewesen, als er zum Tatort gerufen wurde. Er wurde vor dem Redaktionsgebäude von den flüchtenden Tätern niedergeschossen und dann, verletzt auf dem Boden liegend – kaltblütig mit einem Kopfschuss getötet. Ein Amateurvideo darüber kursierte im Internet.

Meinung

"Fanatiker erkennt man weder an der Hautfarbe noch an der Religion"

Auf einer Pressekonferenz hatte sich der Bruder des Opfers gestern an die Öffentlichkeit gewandt: “Er war ein Franzose algerischer Abstammung, Muslim. Er was sehr stolz auf seinen Namen Ahmed Merabet und stolz darauf, die französische Polizei zu vertreten, die Werte der Republik zu verteidigen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ich wende mich jetzt an alle Rassisten, Islamfeinde und Antisemiten: Nicht jeder Muslim ist ein Extremist. Fanatiker erkennt man weder an der Hautfarbe noch an der Religion. Ich will noch anmerken: Hört auf, alle über einen Kamm zu scheren, Kriege auszulösen und Moscheen oder Synagogen in Brand zu setzen, Menschen anzugreifen. Das bringt uns nicht unsere Toten zurück, das beschwichtigt nicht die Familien.”

Nach der Attacke auf das Satiremagazin hatte es in Frankreich eine Reihe islamfeindlicher Übergriffe gegeben, darunter einen Anschlag auf eine Moschee, eine Explosion in einem Dönerladen sowie Schüsse auf eine muslimische Familie in einem Auto.