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"Das wummerte so": Erinnerung an Bombardierung Dresdens

Dresden vor 70 Jahren: In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 wurde die Stadt in Sachsen Ziel schwerer Bombenangriffe. Britische und

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"Das wummerte so": Erinnerung an Bombardierung Dresdens

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Dresden vor 70 Jahren: In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 wurde die Stadt in Sachsen Ziel schwerer Bombenangriffe. Britische und amerikanische Kampfflugzeuge warfen bei vier Angriffswellen innerhalb von drei Tagen mehr als 3800 Tonnen Bomben und Luftminen ab.

Dresden wurde zu großen Teilen zerstört. “Elbflorenz”, wie die Stadt aufgrund ihrer barocken Bauten und ihrer Kunstschätze genannt wurde, glich einem Trümmerfeld.

“Das wummerte so”: Eine Zeitzeugin erzählt

Nora Lang ist 83 Jahre alt, sie hat die Bombardierungen als Jugendliche miterlebt. Die Erinnerung an die Tage im Februar 45 haben die Dresdnerin nie losgelassen.

“Dieser pausenlose Abwurf von diesen Stabbrandbomben… Das wummerte so. Ich habe das immer verglichen, als würden Kohlen oder Kartoffeln über mir ausgeschüttet. Das war ja ein Geräusch, was uns damals sehr bekannt war”, erzählt Lang.

Mit ihrem jüngeren Bruder Bernd an der Hand rannte sie durch ihre brennende Heimatstadt – auf der Suche nach Schutz. Überall Zerstörung, überall Feuer. Wie durch ein Wunder überlebte die ganze Familie die Bombennächte.

“Das war für uns ein glücklicher Ausgang. Ich möchte nicht darüber weinen, aber das ist eigentlich alles furchtbar gewesen”, so Lang.

Bis zu 25.000 Menschen kamen bei der Bombardierung Dresdens ums Leben. Unter den Opfern waren auch viele Flüchtlinge, die in der Stadt Schutz gesucht hatten. Ein Ziel, das die Alliierten mit den Angriffen verfolgten, war die Zerstörung eines Flugzeugwerkes sowie von Feinmechanik- und Optikfabriken, die der deutschen Rüstungsindustrie zuarbeiteten, zudem galt die Stadt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Moral der deutschen Zivilbevölkerung zu brechen und Vergeltung für die schweren Bombenangriffe der Nationalsozialisten auf Großbritannien zu üben, dürften auch eine Rolle gespielt haben. Eine Luftabwehr gab es in Dresden zum Zeitpunkt der Angriffe nicht.

Menschenkette am 70. Jahrestag

Dresdner Wahrzeichen wie die Semperoper, der Zwinger oder die Frauenkirche wurden bei den Bombardierungen erheblich zerstört. Der Wiederaufbau dauerte Jahrzehnte: Zwinger und Semperoper wurden 1963 beziehungsweise 1985 wiedereröffnet, die Frauenkirche sogar erst lange nach der Wende, und zwar im Jahr 2005.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung hat Dresden zu einer Menschenkette eingeladen, zu der auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet wird.