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"Torobaka" - Flamenco meets Kathak

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"Torobaka" - Flamenco meets Kathak

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Zwei innovative Tänzer treffen sich auf der Bühne und bringen zwei völlig verschiedene Genres zusammen: den indischen Tanz Kathak und den spanischen

Zwei innovative Tänzer treffen sich auf der Bühne und bringen zwei völlig verschiedene Genres zusammen: den indischen Tanz Kathak und den spanischen Flamenco. Mit ihrem Stück Torobaka ergründen Akram Khan und Israel Galván die Wurzeln des Tanzes. Die beiden Virtuosen aus Bangladesch und Andalusien lassen ihre Tanzstile interagieren – ein nie gesehenes Experiment. Jetzt sind die beiden im Kulturzentrum Onassis in Athen zu sehen. Galván: “Es ist ein offenes Spiel. Es gibt kein Manuskript, es ist wie ein Konzert. Ich sehe es wie einen Dialog. Am Ende ist es wie ein Dialog zwischen zwei Tänzern, deren beste Art der Kommunikation der Tanz ist.”

“Torobaka” bezieht seinen Namen aus einem von den Maori inspirierten Gedicht von Tristan Tzara. Der Stier und die Kuh sind in den Traditionen der beiden Tänzer heilige Tiere und stehen für ihren jeweiligen Stil. Die Tänzer versuchen mit ihrer Kunst so etwas wie ein besseres Verständnis füreinander herzustellen. “Flamenco steht in Beziehung zum Kathak und umgekehrt. Man hat die Rezitationen und diese Art Vokalisierung, das rhythmische Element, das Stampfen der Füße. Die Waffe der Flamenco-Tänzer sind die Schuhe, wir haben die Schellen an unseren Knöcheln. Der gemeinsame Treffpunkt ist wohl wirklich die Musik”, meint Khan. Und: “Was wir mit diesem Stück wollten, ist, die Verbindung zwischen zwei Traditionen zu feiern, sie aber auch zu überdenken. Uns vorstellen, wie diese Traditionen in der Vergangenheit waren.”

Zwei entgegengesetzte Kräfte treffen sich in einem Kreis. Es ist wie ein Duell zwischen zwei Tänzern, zwei entgegengesetzten Formen. Als das Projekt begann, brachte Akram Khan den Frieden und die Verinnerlichung der indischen Kultur mit. Er war wie ein Mönch. Israel Galván war aggressiver, stärker, aber auch zerbrechlicher – wie es der Flamenco verlangt. Er war der Krieger. Während der Proben haben sie die Seiten gewechselt. Sie fanden ein Gleichgewicht und konnten die Rhythmen miteinander verbinden. “Ich hatte einen leidenschaftlichen Stil zu tanzen. Jetzt habe ich eine andere Art Energie in meinem Körper – auf eine Art blumiger, ruhiger”, sagt er.

Die Weltpremiere von “Torobaka” war im Juni vergangenen Jahres im französischen Grenoble. In Athen kann man das Stück bis zum 15. März sehen, dann geht es weiter nach Oslo, Stockholm, Köln und London.