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Vanuatu: Ganzes Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar

Nach dem verheerenden Wirbelsturm im Südpazifik laufen die Hilfsmaßnahmen auf Hochtouren. Maschinen der australischen und neuseeländischen Luftwaffe

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Vanuatu: Ganzes Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar

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Nach dem verheerenden Wirbelsturm im Südpazifik laufen die Hilfsmaßnahmen auf Hochtouren. Maschinen der australischen und neuseeländischen Luftwaffe brachten Nahrungsmittel, Medikamente, medizinisches Gerät und Material, um Behelfsunterkünfte zu errichten.

Die schwersten Schäden hat Vanuatu zu verzeichnen. Noch ist das Ausmaß der Katastrophe auf den 80 Inseln des Staates nur zu erahnen. Von entlegenen Inseln habe man bisher teils keine Meldungen erhalten, sagte Joe Lowry, Sprecher der Hilfsorganisation “Internationale Organisation für Migration” auf Vanuatu.

Auf dem Flughafen der australischen Stadt Brisbane kamen Touristen an, deren Urlaub zum Horrortrip wurde. Die Australierin Charlene Spiteri erzählt: “Es war, als wenn an Deiner Haustür die Hölle beginnen würde: Dieser Krach, als würde ein Güterzug vorbeifahren, an Fenstern und Türen pfiff es nur so. Unsere Ferienanlage war gut auf den Sturm vorbereitet. Wir hatten sehr viel Glück, wenn man bedenkt, wie es da jetzt aussieht und womit die Bewohner dort leben müssen.”

Und die Britin Jane Newsome sagt: “In den Dörfern standen keine Bäume mehr. Die Menschen haben keine Unterkünfte mehr, also versuchen sie, sich Planen zu beschaffen. Bitte helfen Sie diesen Menschen!”

UN-Generalsekretär: “Werden notwendige Maßnahmen ergreifen.

Der Zyklon Pam war am Freitag und Samstag mit Geschwindigkeiten von teils über 300 Kilometer pro Stunde über die Inseln hinweggefegt. Die Vereinten Nationen sprechen bislang von 24 Todesopfern, 3300 Menschen haben bisher in Notunterkünften Zuflucht gesucht. Auf Vanuatus Hauptinsel Efate ist die Infrastruktur nach Regierungsangaben zu 90 Prozent zerstört. Staatspräsident Baldwin Lonsdale rief die Weltgemeinschaft zu Solidarität mit seinem Land auf. Der Klimawandel spiele bei dieser Katastrophe eine Rolle, so Lonsdale. Man stelle fest, wie der Meeresspiegel steige und sich die Wettermuster ändern, sagte er.

“Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung Vanuatus zu gewährleisten, sagte Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Martin Sajdik, Österreichs Botschafter bei den Vereinten Nationen und zugleich Präsident des UN-Wirtschafts- und Sozialrates, rief zu unverzüglicher Hilfe auf: “Es darf keine Zeit verloren werden. Wir, die internationale Gemeinschaft, Regierungen, die Zivilgesellschaft, der Privatsektor und Einzelpersonen haben alle unseren Teil zu übernehmen. Wir müssen jetzt handeln!”

Auch in anderen Inselstaaten in der Region hat der Sturm Schaden angerichtet, so etwa auf Kiribati, Tuvalu, Neukaledonien sowie den Salomonen.