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Poroschenko zur Rolle der EU in der Ukraine-Krise

Beim EU-Gipfel in Brüssel wollen die Staats- und Regierungschefs der EU heute unter anderem über die Lage in der Ukraine sprechen

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Poroschenko zur Rolle der EU in der Ukraine-Krise

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Beim EU-Gipfel in Brüssel wollen die Staats- und Regierungschefs der EU heute unter anderem über die Lage in der Ukraine sprechen. Euronews-Korrespondent Sergio Cantone hat den ukrainischen Präsidenten getroffen und ihn gefragt, welche Rolle die Europäische Union aus Sicht Kiews in der Ukraine-Krise spielt.

Petro Poroschenko “Die Europäische Union steht gerade vor einer wichtigen Herausforderung. Denn mit den Russen spricht sie über Geld, über Sanktionen und so weiter, mit der Ukraine diskutiert sie über Werte. Das sind zwei komplett unterschiedliche Welten: Werte und Geld. Doch ich bin mir absolut sicher, dass die EU und alle Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten diese Herausforderung meistern werden.

Was wir heute erwarten? Wir erwarten von der EU, dass sie die Einheit wahrt und damit meine ich nicht nur die Einheit innerhalb der EU, sondern in der ganzen Welt: mit den USA, Kanada, Japan, Australien, der Schweiz..Ein verantwortungsvolles Handeln in der ganzen Welt. Wir erwarten zudem ein sehr sehr starkes Zeichen für den Fall, dass Russland das Minsker Abkommen verletzt oder die Krim nicht freigibt. Wir erwarten, dass Sanktionen in diesem Fall verlängert oder verschärft werden.”

Sergio Cantone, euronews: “Befürchten Sie, dass die Krim zu einer Drehscheibe für Militäroperationen wird?”

Petro Poroschenko “Sie ist bereits eine Drehscheibe für Militäroperationen. So zumindest habe ich den russischen Präsidenten verstanden, als Russland atomwaffenfähige Raketen dort stationiert hat. Doch hier geht es nicht um ukrainische Unabhängigkeit oder Souveränität über die Krim, sondern um die steigende Gefahr eines umfassenden Konflikts in der Schwarzmeerregion. Denn die Trägerraketen haben eine Reichweite von 500 Kilometern und können damit leicht auch NATO Länder erreichen. Darauf muss es also eine entsprechende Reaktion geben. Ein anderes Problem hinsichtlich der Krim ist die humanitäre Krise dort. Es handelt sich um eine brutale Menschenrechtsverletzung. Die einheimischen Krimtataren, also mehr als 300.000 Menschen, stehen unter enormem Druck. Ihre Anführer sind verhaftet worden und sitzen in russischen Gefängnissen – oder man verbietet ihnen, wie zu Zeiten Stalins, die Einreise in die Krim.”

Das Interview mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko wird in voller Länge im Laufe des Tages bei euronews ausgestrahlt.