Eilmeldung

Eilmeldung

Wie syrische Extremisten in Europa junge Frauen rekrutieren

Etwa 600 muslimische Mädchen und junge Frauen aus westlichen Ländern haben sich in Syrien extremistischen Islamistengruppen angeschlossen. Eine

Sie lesen gerade:

Wie syrische Extremisten in Europa junge Frauen rekrutieren

Schriftgrösse Aa Aa

Etwa 600 muslimische Mädchen und junge Frauen aus westlichen Ländern haben sich in Syrien extremistischen Islamistengruppen angeschlossen. Eine französische Journalistin hat recherchiert, wie sie rekrutiert werden und darüber unter einem Pseudonym ein Buch geschrieben.

“Ich habe mich auf Facebook als eine Frau Anfgang Zwanzig ausgegeben, die nicht dumm ist aber ein bisschen die Orientierung verloren hat”, berichtet die Reporterin, die unter dem Namen Anna Erelle schreibt. “Ich geriet in Kontakt mit einem Dschihadisten, der sich Bilel nannte. Nach einiger Zeit lud er mich nach Amsterdam ein, aber dort geriet alles außer Kontrolle, weil Bilel einige seiner Versprechen brach. Dann begann er, mich zu bedrohen.”

Die Journalistin hat Bilel nie persönlich getroffen, erhält aber auch ein Jahr später noch Drohungen und steht unter Polizeischutz.

Die französische Rechtsanwältin Samia Maktouf vertritt Eltern, deren Kinder in Syrien von Dschihadisten angeworben wurden. Die Mädchen verheimlichen ihren Eltern ihre Pläne in so gut wie allen Fällen.

“Was wir hier unglücklicherweise erleben”, so Maktouf, “sind Jugendliche, die ihre Religion ausleben und sie in so vielen Haushälten in aller Welt wie möglich verbreiten wollen. Aus diesem Grunde ist die Sache so gefährlich.”

Von den etwa 5.000 euopäischen Männern, die sich in Syrien Militantengruppen wie Islamischer Staat angeschlossen haben, sind mittlerweile rund 30 Prozent zurückgekehrt. Bisher ist nur von zwei jungen Frauen bekannt, dass ihnen die Rückkehr in ihre Heimat gelungen ist.