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FIFA: Mediendirektor tritt zurück

Der Weltfußballverband FIFA kommt nicht zur Ruhe. Wenige Tage nachdem Präsident Sepp Blatter seinen Rücktritt angekündigt hatte, stellte

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FIFA: Mediendirektor tritt zurück

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Der Weltfußballverband FIFA kommt nicht zur Ruhe. Wenige Tage nachdem Präsident Sepp Blatter seinen Rücktritt angekündigt hatte, stellte Mediendirektor Walter De Gregorio sein Amt zur Verfügung. Über die Gründe für den Schritt ist nichts bekannt.

Meinung

Kleinere Umbauten sind aus Sicht der EU nicht genug

De Gregorio war 2011 zur FIFA gekommen. Angeblich soll er von Sepp Blatter persönlich für den Posten ausgesucht worden sein. Zuletzt hatte der Pressesprecher mit einem Witz über seinen Chef für Aufsehen gesorgt. „Sepp Blatter, der Generalsekretär und ich sitzen im Auto. Frage:Wer fährt? Antwort: die Polizei.”

Das Europaparlament in Straßburg forderte heute weitere Konsequenzen aus der Korruptionsaffäre bei der FIFA.Verbandschef Blatter müsse sofort zurücktreten und nicht erst – wie geplant – im Dezember, heißt es in einer Resolution. „Die FIFA ist in ihrer aktuellen Verfassung nicht in der Lage, den internationalen Fußball zu leiten”, sagte der EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics. “Kleine Reformen werden nicht ausreichen, vielleicht sind selbst größere Umbauten nicht genug. Die FIFA braucht einen echten Neustart, um eine bessere Arbeitskultur in ihrer Organisation zu bekommen.“ Blatter wies die Rücktrittsforderung zurück. Die FIFA gab bekannt, dass sie am 20. Juli auf einer Sitzung über die Wahl des neuen Präsidenten entscheiden werde. Wahrscheinlichster Termin ist Mitte Dezember.

Die schweizerische Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch bei der FIFA Unterlagen mitgenommen. Es geht um die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaften in Russland und Katar. Nach Angaben der FIFA handelte es sich um eine geplante Zusammenarbeit mit den Behörden, und nicht etwa um um Durchsuchung

Hintergrund: Die Ermittlungen gegen die FIFA

  • Die US-Justizbehörden ermitteln wegen des Verdachts auf Bestechung bei Fernsehübertragungsrechten, bei der Vergabe der WM an Südafrika, bei der Wahl des FIFA-Präsidenten und bei Sportbekleidungssponsoren.
  • Im Zusammenhang mit TV-Rechten sollen mehr als 150 Millionen US/$ Schmiergelder für Turniere wie die Weltmeisterschaft und die Copa America geflossen sein.
  • Das US-Justizministerium hat nach eigenen Angaben Beweisen für Bestechung bei der Vergabe der WM 2010 an Südafrika. Ein Unternehmen, das dem Ex-FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner gehört, soll 10 Millionen $ erhalten haben, um Südafrika zu unterstützen.
  • Βει der Wahl des FIFA-Präsidenten 2011 soll einer der Kandidaten Umschläge mit 40.000 Dollar Bargeld an mehrere Funktionäre weitergegeben haben, damit sie für ihn stimmen.
  • Schließlich soll es Übereinkünfte gegeben haben, damit ein großer US-Sportbekleidungsfabrikant die brasilianische Nationalmannschaft sponsort. Nike arbeitet seit 1996 mit den Brasilianern zusammmen.