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MH-17-Abschuss in der Ukraine: Schuldfrage noch offen

Ein Jahr nach dem Abschuss von “Passagierflug MH17“https://de.wikipedia.org/wiki/Malaysia-Airlines-Flug_17 über der Ostukraine ist die Schuldfrage

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MH-17-Abschuss in der Ukraine: Schuldfrage noch offen

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Ein Jahr nach dem Abschuss von “Passagierflug MH17“https://de.wikipedia.org/wiki/Malaysia-Airlines-Flug_17 über der Ostukraine ist die Schuldfrage noch offen. Es gibt Hinweise, dass die Maschine der Malaysia-Airlines mit einer Bodenluftrakete des Typs Buk vom Himmel geholt wurde. Die Katastrophe forderte 298 Tote, darunter 193 Niederländer.

Die Niederlande leiten die strafrechtlichen Ermittlungen und die Untersuchung zur Absturzursache. Bereits der Zwischenbericht im September schloss technisches und menschliches Versagen sowie einen terroristischen Anschlag aus. Abgehörte Gespräche pro-russischer Rebellen lieferten wichtige Hinweise. Antworten sollen die technische Untersuchung und der Abschlussbericht im Oktober liefern.

Malaysia, Australien, Belgien, die Niederlande und die Ukraine plädieren außerdem für die Einrichtung eines UN-Tribunals, um die Verantwortlichen des Absturzes zur Rechenschaft zu ziehen. Dazu muss es jedoch eine Resolution des Weltsicherheitsrates geben.

“Man versucht, eine Umgangsweise mit der strafrechtlichen Verantwortlichkeit bezüglich des Flugzeugabschusses zu finden. Ich gehe davon aus, dass dieses Thema im Laufe der kommenden Monate intensiv beraten wird”, so Gerard Van Bohemen, neuseeländischer UNO-Botschafter und amtierender Präsident des Weltsicherheitsrates.

Aber die Vetomacht Russland hat bereits “nein” zu einem Tribunal gesagt. Sie fordert, dass zuerst die Ermittlungen
abgeschlossen werden.

Von Anfang an gaben sich Russland und die Ukraine gegenseitig die Schuld an der Katastrophe: Kiew beschuldigt die Separatisten, die Boeing 777 mithilfe einer von Russland gelieferten Rakete abgeschossen zu haben. Moskau bestreitet das und beschuldigt seinerseits die ukrainische Armee.

Angehörige von 18 Opfern, darunter sechs Briten, haben Igor Girkin vor einem Gericht in Chicago angeklagt. Sie fordern umgerechnet 826 Millionen Euro Schadensersatz. Der Separatistenführer habe den Abschuss angeordnet, unterstützt oder begünstigt sowie die Zustimmung des Kreml gehabt.