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Kindesmissbrauch in Pakistan: schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Mehr als 270 Kinder mutmaßlich missbraucht. Verdächtige streiten Vorwürfe ab

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Kindesmissbrauch in Pakistan: schwere Vorwürfe gegen die Polizei

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Ein Missbrauchsfall mit mehr als 270 Kindern erschüttert Pakistan. Fünfzehn Männern werfen die Behörden vor, die Kinder über sechs Jahre lang missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Einige der Verdächtigen streiten die Vorwürfe ab.

Die Taten sollen in dem Dorf Hussain Khan Wala in der Provinz Punjab geschehen sein. Ein Junge erzählte, die Männer hätten ihn unter Drogen gesetzt und missbraucht. Später hätten sie mit dem Video Geld und Schmuck von ihm erpresst.

Polizei hatte offenbar nicht eingegriffen

Eine Mutter sagte, die Polizei habe den Missbrauchsfall nicht aufgenommen. Stattdessen hätten die Beamten ihren Sohn festgenommen. Einige Familien äußerten die Vermutung, dass ein mächtiger Familienclan mit Verbindungen zur Politik den Kinderpornoring deckte. Bisher sind das allerdings Gerüchte. Diese nähren auch die Vorwürfe gegenüber der Politik, die sich derzeit in den sozialen Medien verbreiten. Auch der Regierungspartei PML-N werden Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Falles unterstellt.

Die Situation ist potentiell destabilisierend für das politische System in Pakistan, das sich in der Vergangenheit als wenig robust erwiesen hat. Wie schwer die Vorwürfe gegen die Behörden wiegen, zeigt sich auch darin, dass der Fall möglicherweise vor einem Antiterrorgericht verhandelt werden soll.

Mit DPA/AP/EBU/Dawn/Express Tribune