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Staatschef XiJinping: Tianjin – eine „Lektion, für die wir mit Blut bezahlt haben“

Nach dem schweren Explosionsunglück in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin ist die Zahl der Todesopfer offiziell auf 112 gestiegen. Allerdings

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Staatschef XiJinping: Tianjin – eine „Lektion, für die wir mit Blut bezahlt haben“

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Nach dem schweren Explosionsunglück in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin ist die Zahl der Todesopfer offiziell auf 112 gestiegen. Allerdings würden noch 85 Feuerwehrleute vermisst, teilten die Behörden mit. Gleichzeitig versuchten sie, die Bevölkerung zu beruhigen, außerhalb der Evaluierungszone bestünde keine Gefahr durch freigesetzte Giftstoffe.

“Gegenwärtig wurden im Umkreis weniger hundert Meter mit Ausnahme von Ammoniak keine giftigen Substanzen in einer höheren Konzentration als 1 Milligramm festgestellt. Das sollte keine negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung haben”, versicherte Generalmajor Shi Luze, der Generalstabschef der Region Peking.

Am Sonntag gelang es den Rettungskräften erneut, einen Überlebenden aus den Trümmern zu bergen. 722 Personen befinden sich noch in stationärer Behandlung in den Krankenhäusern, darunter 58 Schwerverletzte.

Anwohner, die nur gut 800 Meter von dem Gefahrgutlager entfernt wohnten, erklärten, sie hätten von dem Lager nichts gewusst und seien zutiefst beunruhigt:

“Im Moment fühlen wir uns nicht gut, denn Umweltverschmutzung verschwindet nicht innerhalb von ein, zwei Jahren. Das ist eine Gefährdung für die kommende Generation”, meint der 36 Jahre alte Herr Zhang.

Besonders verärgert sind die Angehörigen der vermissten Feuerwehrleute. Noch nie zuvor waren bei einem Unglück in der Volksrepublik soviele Feuerwehrmänner getötet worden. Vor dem Rathaus von Tianjin protestierten rund 40 Familien von vermissten Feuerwehrleuten.

“Mehrere Tage sind verstrichen. Ich weiß nicht, ob mein Sohn lebt. Die Regierung gibt uns keine Informationen”, klagt Herr Lei, der Vater eines vermissten Feuerwehrmannes.

Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte die Behörden auf, für mehr Sicherheit zu sorgen und die “Lehren zu ziehen, für die man mit Blut gezahlt habe”.

Das Unglück in Tianjin und eine Reihe schwerer Industrieunfälle in der jüngeren Vergangenheit hätten schwerwiegende Probleme bei der Arbeitsplatzsicherheit aufgezeigt. Die Behörden müssten immer die Prinzipien der “sicheren Entwicklung” und des“Voranstellens der Interessen der Bevölkerung” im Blick haben, damit derartige Unfälle in Zukunft verhindert würden.

Er forderte eine bessere Reaktion auf Katastrophen, eine verbesserte Umsetzung der Sicherheitsrichtlinien und eine “substantielle Verbesserung” der Sicherheit am Arbeitsplatz.

Ministerpräsident Li Keqiang machte sich am Sonntag vor Ort ein Bild von der Lage.