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Staatsstreich in Burkina Faso

Im westafrikanischen Burkina Faso hat das Militär die Macht übernommen. In der Hauptstadt Ougadougou feuerten Soldaten Warnschüsse auf Demonstranten

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Im westafrikanischen Burkina Faso hat das Militär die Macht übernommen. In der Hauptstadt Ougadougou feuerten Soldaten Warnschüsse auf Demonstranten, die die Freilassung der Übergangsregierung gefordert hatten.

Im staatlichen Fernsehen RTB gab ein Uniformierter die Absetzung der Übergangsregierung bekannt. Man habe einen “Nationalen Rat für Demokratie” eingesetzt, der demokratische “inklusive” Wahlen organisieren werde.

Am Mittwochnachmittag hatten Angehörige der Präsidentengarde den Staatschef, den Regierungschef und mehrere Minister der Übergangsregierung am Verlassen der Präsidialamts gehindert und sich dort verbarrikadiert.

Die Übergangsregierung unter Interimspräsident Michel Kafando sollte Wahlen vorbereiten, die für den 11. Oktober angesetzt waren. Vor zwei Tagen hatte eine Regierungskommission die Auflösung der gut ausgerüsteten, 1.200 Mann starken Präsidentengarde empfohlen. Bei ihr handele es sich um eine “Arme innerhalb der Armee”.

Die Präsidentengarde gilt immer noch als loyal gegenüber dem früheren Langzeitpräsidenten Blaise Compaoré. Compaoré war im vergangenen Jahr nach 27 Jahren an der Macht durch Massenproteste gestürzt worden.

Compaoré war nach seinem Sturz in die benachbarte Elfenbeinküste geflohen. Einige Kandidaten, die als loyal zu ihm gelten, wurden vom Verfassungsrat nicht zur Wahl im Oktober zugelassen. Ein dauerhafter Machtverlust für Compaoré und seine Getreuen stand nach Ansicht vieler Beobachter daher kurz bevor.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die sofortige Freilassung der Übergangsregierung. Auch das Außenministerium Frankreichs, der früheren Kolonialmacht, äußerte Besorgnis.

Burkina Faso gehört einem UN-Entwicklungsindex zufolge zu den zehn ärmsten Ländern weltweit.