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Abgasaffäre: Winterkorn räumt Chefsessel bei VW

Die schwere Vertrauenskrise nach dem Abgasskandal in den USA hat VW-Chef Martin Winterkorn zum Rücktritt gezwungen. Nach einer Krisensitzung der

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Abgasaffäre: Winterkorn räumt Chefsessel bei VW

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Die schwere Vertrauenskrise nach dem Abgasskandal in den USA hat VW-Chef Martin Winterkorn zum Rücktritt gezwungen.

Meinung

Wir haben Hochachtung vor seiner Entscheidung

Nach einer Krisensitzung der obersten Aufseher in Wolfsburg erklärte der 68-jährige Schwabe, er sei bestürzt über die Geschehnisse der vergangenen Tage.

Als Vorstandschef übernehme er die Verantwortung.

Er habe daher den Aufsichtsrat um seine Ablösung gebeten:

Dieser will nach eigenen Angaben nicht vor einem Treffen am kommenden Freitag über die Nachfolge Winterkorns entscheiden.

VW-Interimsvorsitzender Berthold Huber erklärte nach dem Rücktritt:

“Wir möchten in aller Deutlichkeit klarstellen, dass Herr Winterkorn nichts von den Manipulationen der Abgaswerte gewusst hat. Wir haben großen Respekt und Hochachtung vor seiner Entscheidung, in dieser schwierigen Situation für Volkswagen ein deutliches Signal zu senden.”

Volkswagen gerät unterdessen auch in Deutschland ins Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig gab den Beginn von Vorermittlungen gegen VW bekannt. Mögliche rechtliche Schritte gegen verantwortliche Mitarbeiter der Volkswagen AG stünden dabei im Mittelpunkt, hieß es.

Auch international wächst der Druck auf VW. Ein Grund: Genaue Informationen über mögliche manipulierte Pkw-Modelle außerhalb der USA gibt es noch nicht.

Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal kritisierte:

“Die Opfer sind die Arbeiter, deren Situation unsicherer wird, die Konsumenten, die hinters Licht geführt wurden und auch der französische Staat als Prämienzahler für saubere Autos. Der Betrug ist auch ein Raub öffentlicher Gelder.”

Ursprünglich hatte an diesem Freitag Winterkorns Vertrag bis Ende 2018 verlängert werden sollen.

Einige Kritiker hatten VW vorgeworfen, durch die Manipulationen den Ruf der gesamten deutschen Exportindustrie und auch das Label “Made in Germany” aufs Spiel zu setzen. Auch dadurch wuchs der Druck auf Winterkorn.

Für das Erbe des bisher bestbezahlten Dax-Managers sind unter anderem Audi-Chef Rupert Stadler, VW-Markenchef Herbert Diess und Lkw-Chef Andreas Renschler im Gespräch.