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Schulreform: Neues wagen in Finnland und Japan

Besserer Unterricht für alle. Das ist das Ziel der meisten Schulreformen. Wir reisen in zwei Länder, die den Mut haben, neue Ideen auszuprobieren.

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Schulreform: Neues wagen in Finnland und Japan

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Finnland: Praxisorientiertes Lernen

Meinung

Wir müssen uns überlegen, was für Fähigkeiten unsere Kinder in der Zukunft benötigen werden.

Finnland ist ein Musterschüler. Im PISA-Test landet das Land immer mit Bestnoten auf dem ersten Platz. Es hat jedoch vor kurzem seine Lehrmethoden geändert, weniger Fächer und mehr praxisorientiertes Lernen.

Die Grundschule Hiidenkivi in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Heute steht für die Schüler im Finnischunterricht einiges auf dem Programm. Sie sollen lernen, Argumente und eigenen Ideen ausdrücken. Und sie werden in der Gruppe gemeinsam mit Zeitungsartikeln arbeiten.

Die Schüler haben Artikel über Archäologie, Sport und Flüchtlinge ausgesucht. Es geht nicht darum, Fakten auswendigzulernen, sondern die Fakten, die man lernt, anzuwenden. Das ist die Idee der finnischen Schulreform.

Nachdenken, mit Informatik umgehen können, sich im Arbeitsleben und in einem internationalen Umfeld zurechtfinden, das sind die Prioritäten des neuen finnischen Lehrplans. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, sprach von einer einzigartigen Schulreform.

Japan: Nicht mehr nur Auswendiglernen

In Japan lernen die Kinder schon früh, dass sie gehorchen müssen und nicht aus der Reihe fallen dürfen. Der Unterricht in den Schulen ist sehr streng und anspruchsvoll. Der Respekt vor dem Lehrer und vor den Älteren allgemein ist sehr wichtig.

Ein guter Schüler war bislang ein Schüler, der still sitzt, auswendig lernt und den Lehrer nicht unterbricht. Doch die japanische Regierung will das jetzt ändern. Die Kinder sollen anders lernen, sich anders benehmen und weltoffener werden.

Professor Tamura ist der Direktor einer der 56 Schulen, die von der japanischen Regierung ausgewählt wurden. Sie nehmen an dem Programm “Super Global High School” teil.

Es geht darum, freie Denker auszubilden. Diese müssen vor allem kommunizieren können und nicht nur auf Japanisch. An der Makhuari Schule wird die Methode Dual Teaching angewandt, das bedeutet, dass zwei Lehrer gemeinsam Englisch unterrichten, um so die Schüler zu ermutigen, das Wort zu ergreifen.