Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Russisches Kampfflugzeug dringt in türkischen Luftraum ein


Syrien

Russisches Kampfflugzeug dringt in türkischen Luftraum ein

Bei neuerlichen Luftangriffen in Syrien haben russische Kampfflugzeuge unter anderem ein Kommunikationszentrum sowie zwei Munitionslager der Miliz Islamischer Staat zerstört. Das gab das Verteidigungsministerium in Moskau bekannt.

Die russische Luftwaffe greift seit vergangenem Mittwoch Ziele in Syrien an und setzt dabei eigenen Angaben nach mehr als 50 Flugzeuge und Hubschrauber ein.

Dass Russland künftig auch im Irak agieren wird, ist nicht ausgeschlossen. Diese Möglichkeit hatte Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi gegenüber dem französischen Sender France 24 genannt. Eine offizielle Anfrage aus Bagdad gibt es aber bisher nicht, heißt es aus dem Kreml. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte: “Ich habe die Aussage des irakischen Ministerpräsidenten vernommen, der sein Interesse an der Hilfe durch die russische Luftwaffe im Kampf gegen Terroristen auf irakischem Gebiet ausdrückte. Das sagte er, nachdem die Operation in Syrien in den ersten Tagen ihre hohe Effizienz gezeigt hatte”, so Lawrow.

Westliche Länder, die Türkei, Katar und Saudi-Arabien werfen Russland vor, vorrangig die syrischen Rebellen und nicht die IS-Miliz anzugreifen. Lawrow sagte, er habe keine Kenntnis, wo die ‘Freie Syrische Armee’ agiere und sprach von einer ‘Phantomgruppe’. Er habe seinen US-Amtskollegen John Kerry aufgefordert, ihm entsprechende Informationen zu beschaffen.

Ein russisches Kampfflugzeug hat unterdessen türkischen Luftraum verletzt und wurde deshalb von Maschinen der türkischen Luftwaffe abgedrängt. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, Moskau habe einen Fehler eingeräumt, respektiere die türkischen Grenzen und werde dafür sorgen, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederhole. Die Türkei werde sich gegen jeden Eindringling zur Wehr setzen, so Davutoglu. In einem Fernsehinterview sagte er zudem, Russlands Eingreifen lasse den syrischen Konflikt eskalieren.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Medizin-Nobelpreis: Drei über 80-Jährige für Wirkstoffe gegen Parasiten geehrt