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Nach Tränengas-Protest im kosovarischen Parlament: Serbien-Gegner kommt wieder frei

Ein kosovarische Oppositionspolitiker, der wegen einer Tränengasattacke im Parlament verhaftet worden war, ist am frühen Dienstagmorgen wieder

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Nach Tränengas-Protest im kosovarischen Parlament: Serbien-Gegner kommt wieder frei

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Ein kosovarische Oppositionspolitiker, der wegen einer Tränengasattacke im Parlament verhaftet worden war, ist am frühen Dienstagmorgen wieder freigelassen worden.

Wegen der Verhaftung Albin Kurtis war es auf den Straßen der Hauptstadt Pristina zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Protestierenden warfen Steine und steckten Fahrzeuge der Behörden in Brand. Die Polizei reagierte mit Tränengas. Es gab mehrere Verletzte.

Der Kosovo-Albaner und Parlamentarier Albin Kurti ist Gründer Oppositionspartei “Selbstbestimmung”. Aus Protest gegen eine von der EU vermittelte Kompromisslösung, die der serbischen Minderheit im Kosovo mehr Selbstbestimmung geben soll, hatte Kurti vergangene Woche im Parlament einen Tränengaskanister geöffnet.

Eineinhalb Jahrzehnte nach dem Grauen der Jugoslawienkriege leben Kosovo-Albaner und die serbischen Minderheit im Kosovo weitgehend getrennt. Die Minderheit wird von Serbien unterstützt.

Die Neuregelung ist Teil eines von der EU angestrebten Kompromisspaketes, das auch Zugeständnisse durch Serbien beinhaltet und dem Kosovo mehr Eigenständigkeit geben soll – etwa mit einer eigenen Telefonvorwahl.

Serbien und die EU wollen Aufnahmeverhandlungen beginnen. Während inzwischen über 100 Staaten den Kosovo als eigenen Staat betrachten, erkennen die aktuelle Regierung in Belgrad und auch Russland die 2008 erklärte Unabhängigkeit nicht an.

Fotos der Unruhen in Kosovo in den sozialen Medien.