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Syrische Kinder: "Leben einer ganzen Generation in Trümmern"

Die Temperaturen sinken, doch der Flüchtlingsstrom hält an. Wieder kommt auf der griechischen Insel Lesbos ein Boot an: Viele der Menschen stammen

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Syrische Kinder: "Leben einer ganzen Generation in Trümmern"

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Die Temperaturen sinken, doch der Flüchtlingsstrom hält an. Wieder kommt auf der griechischen Insel Lesbos ein Boot an: Viele der Menschen stammen aus Syrien, viele sind minderjährig. Einem neuen UNICEF-Bericht zufolge brauchen im Bürgerkriegsland und den Flüchtlingslagern in den angrenzenden Staaten 8,2 Millionen Kinder dringend humanitäre Hilfe.

Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat waren zwischen Januar und September 214.000 Asylsuchende in der Europäischen Union Kinder. Und weitere dramatische Zahlen: Im Juni waren zehn Prozent der Flüchtlinge Kinder, im Oktober 33 Prozent. Die Kleinsten, Jüngsten und Schwächsten leiden am meisten, erläutert der Arzt Dr. Ramiz Momeni, der an der serbisch-kroatischen Grenze Dienst schiebt: “Wie Sie sehen, leiden zehn Tage alte Säuglinge an Unterkühlung. Wir haben keine Decken für sie. Es muss etwas geschehen. Die Bilder sprechen doch für sich”, sagt er.

Das Leben einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen liege in Trümmern, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Den Kindern in den Flüchtlingslagern und denen, die sich in Begleitung oder alleine nach Europa aufgemacht haben, fehle es oft am Notwendigsten, mahnt das Hilfswerk.

Am erschreckensten ist jedoch die Lage der rund zwei Millionen Kinder, die im Kriegsgebiet leben und mitunter täglich Kampfhandlungen ausgesetzt sind.

Nicht viel besser ist es in den Flüchtlingslagern. Nach UNICEF-Angaben haben rund vier Millionen Syrer in den Nachbarländern Unterschlupf gefunden. Neben medizinischer Versorgung bleibt oftmals auch die Bildung auf der Strecke. Ein syrischer Junge erzählt:

“Mein Name ist Ahmad, ich bin neun Jahre alt und komme aus Aleppo. Zwei Jahre lang bin ich nicht zur Schule gegangen. Wenn ich groß bin, möchte ich Arzt werden.”