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Hinterlassenschaft der IS-Miliz: Das Tunnelsystem von Sindschar

Als die Kämpfer der kurdischen Peschmerga und jesidische Einheiten im November die irakische Stadt Sindschar von den Dschihadisten des sogenannten

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Hinterlassenschaft der IS-Miliz: Das Tunnelsystem von Sindschar

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Als die Kämpfer der kurdischen Peschmerga und jesidische Einheiten im November die irakische Stadt Sindschar von den Dschihadisten des sogenannten “Islamischen Staates” zurückeroberten, machten sie eine unerwartete Entdeckung. Unter der Stadt im Nordwesten des Landes nahe der Grenze zu Syrien hatten die Dschihadisten ein weitverzweigtes Tunnelsystem angelegt.

Auch in anderen Orten hat die IS-Miliz unterirdische Gänge ausheben lassen. Diese dienten unter anderem dazu, sich vor Luftangriffen zu schützen, berichten die kurdischen und jesidischen Kämpfer. Vielfach fanden sie Munition, Sprengstoff und Medikamente. Die Bevölkerung habe die Tunnel graben müssen, sagt Wais Faiq, Mitglied des jetzt amtierenden Stadtrates:

“Vor einigen Monaten haben wir aus sicherer Quelle den Hinweis bekommen, dass die IS-Miliz 700 Gefangene und Einwohner aus Tal Afar und anderen Dörfern hergebracht hat. Sie haben so viele Tunnel gegraben, dass sie die Infrastruktur von Sindschar vollständig zerstört haben. Unter jeder Straße und jedem öffentlichen Gebäude, das noch steht, gibt es Tunnel.”

Bevor die IS-Miliz Sindschar im August 2014 eroberte, lebten rund 200.000 Einwohner in der Stadt. Nach Angaben der Vereinten Nationen verübten die IS-Kämpfer schwere Menschenrechtsverletzungen in Sindschar, unter anderem an Mitgliedern der Volksgruppe der Jesiden.