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"Sitora" und "Bachodur": Bald nur noch einheimische Vornamen in Tadschikistan?

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"Sitora" und "Bachodur": Bald nur noch einheimische Vornamen in Tadschikistan?

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Russische, arabische und andere ausländische Vornamen könnten in Tadschikistan bald Geschichte sein. Staatspräsident Emomalii Rahmon ist bekannt dafür, die Kultur seines Landes zu fördern. Nun will er mit einer Gesetzesänderung durchsetzen, dass werdende Eltern zukünftig nur noch aus einem Repertoire von 4000 bis 5000 die Vornamen den richtigen Namen auswählen dürfen, also vor allem moderne oder traditionelle Namen, die tadschikischen Ursprungs sind.

Die Popularitätsliste wird derzeit von “Sitora” (zu deutsch: “Stern”) für Mädchen und “Dschachongir” oder “Bachodur” (zu deutsch: “der Starke”) für Jungen angeführt. Noch in diesem Jahr soll das tadschikische Parlament über die Gesetzesänderung abstimmen. Das Ziel sei, den “Prozess der Namenswahl für neugeborene Kinder durch die Eltern zu regeln”, so Chilolbi Kurbonsoda, eine Abgeordnete des Parlaments.

Eine Ausnahme wird es im überwiegend muslimisch geprägten Tadschikistan wohl für häufig vorkommende arabische Vornamen wie Mohammed, Hassan, Hussein oder Fatima geben. Auch weniger bekannte arabische Vornamen sollen verschwinden. Russische Vornamen wie “Wolk” (zu deutsch: Wolf) und “Topor” (zu deutsch: Axt) waren dem Staatschef schon seit dem Ende der ehemaligen Sowjetrepublik ein Dorn im Auge, da sie die Menschen “verschrecken” würden. Desweiteren sollen auch Tiere und Gegenstände nicht als Namensgeber dienen dürfen.

Tadschikistan ist seit 1991 unabhängig und hat ein präsidentielles Regierungssystem, war aber lange Zeit von Bürgerkrieg geprägt. Er konnte erst beendet werden, als islamische Fundamentalisten mit an der Regierung beteiligt wurden. Die Demokratische Volkspartei (VDPT) von Präsident Rahmon wurde bei den Wahlen im Frühjahr dieses Jahres im Amt bestätigt. Die Bevölkerung Tadschikistans setzt sich aus sich aus 68,4% Tadschiken (persischsprachige Bevölkerung Zentralasiens) und 24,8% Usbeken zusammen. Weitere Minderheiten sind Russen und Tataren. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sind Sunniten, es gibt aber auch christliche Minderheiten.