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FARC und Kolumbiens Regierung einigen sich über Opferentschädigungen

Kolumbiens Regierung und die linken Farc-Rebellen haben einen weiteren großen Schritt in Richtung Frieden unternommen. FARC-Chefunterhändler Ivan

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FARC und Kolumbiens Regierung einigen sich über Opferentschädigungen

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Kolumbiens Regierung und die linken Farc-Rebellen haben einen weiteren großen Schritt in Richtung Frieden unternommen. FARC-Chefunterhändler Ivan Marquez und Regierungsvertreter Humberto de la Calle erklärten in der kubanischen Hauptstadt Havanna, sich über Entschädigungen für die Opfer des jahrzehntelangen Konflikts geeinigt zu haben.

Meinung

Ein sehr bedeutender Schritt, um den Konflikt bald zu beenden

FARC-Unterhändler Marquez sagte:

“Dies ist die erste Friedensvereinbarung in Kolumbien, die nicht mit einer Generalamnestie für alle in den Konflikt involvierten Personen verbunden ist, sondern eher mit der Erschaffung einer speziellen Rechtsprechung für den Frieden.”

Ferner soll eine Kommission zur Suche nach tausenden, während des Krieges verschwundenen Menschen gegründet werden. Zehn Opfervertreter waren extra nach Havanna gereist. Deren Sprecherin Jineth Bedoya erklärte:

“Unsere Unterstützung des Friedensprozesses ist nicht gleichzusetzen mit dem Verzicht auf Gerechtigkeit, Reparation und – vor allem – Wahrheit.”

Mit der Einigung über Opferentschädigungen sind jetzt vier von fünf Punkten der vereinbarten Friedensagenda abgehakt. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos zeigte sich zufrieden:

“Was ist das Schwierigste an jedem Friedensprozess? – Wo die Linie verlaufen soll zwischen Gerechtigkeit und Frieden zur Beendigung eines bewaffneten Konflikts. Dies ist schon immer die weitaus komplexeste Frage gewesen und heute haben wir diese Angelegenheit geklärt, die vor allem die Opfer betrifft. Es ist ein sehr bedeutender Schritt, um den Konflikt bald zu beenden.”

Bei den seit Ende 2012 in Havanna stattfindenden Friedensgesprächen müssen noch die Bedingungen für ein Ende der Kämpfe in Kolumbien ausgehandelt werden. Eine finale Friedensvereinbarung soll bis März erreicht werden.

Seit den 1960er Jahren sind Schätzungen zufolge über 220.000 Menschen im Rahmen des Konflikts ums Leben gekommen. Mehr als fünf Millionen Menschen wurden zudem vertrieben.

“Eventuell die letzten Tage der Rebellen im kolumbianischen Dschungel?” Damit spekuliert der TV-Sender Al Jazeera