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Braucht Tunesien eine neue Revolution?

Vor fünf Jahren verbrannte sich der Obstverkäufer Mohammed Bouazizi, weil er keine Zukunft mehr sah. Heute, nach einer erfolgreichen Revolution, sieht die Realität in der jungen Demokratie immer noch

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Braucht Tunesien eine neue Revolution?

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Vor genau fünf Jahren hat in der Stadt Sidi Bouzid die tunesische Revolution begonnen. Vor der großen Moschee, wo alles anfing, steht nun das steinerne Monument eines Gemüsewagens, das an die Selbstverbrennung des Obsthändlers Mohammed Bouazizi erinnern soll.

Fünf Jahre nach den Aufständen – eine Spurensuche in Tunesien

Dass Bouazizis Akt der Verzweiflung einmal für den Beginn einer neuen Periode stehen wird, das hätte sich der Mann, der heute weit vor den Toren der Stadt begraben liegt, wohl in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.

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Für die Demokratiebemühungen wurde Tunesien der Nobelpreis verliehen, trotzdem veränderte sich für die meisten Tunesier kaum etwas zum Besseren. Besonders in ländlichen Gegenden wie Sidi Bouzid, der Stadt Bouazizis, ist die Lage weiterhin schwierig.

“Nach der Verleihung hatten wir viele Treffen mit Staaten und Institutionen, um über Frieden zu sprechen”, so Houcine Abbassi, einer der Preisträger. “Wir wollten aber auch ein Bewusstsein für die noch immer anhaltenden Probleme unseres Landes schaffen, besonders was benachteiligte Regionen betrifft, um Investoren anziehen.”

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Inzwischen sind zwei der vier tunesischen Nobelpreisträger in einen erbitterten Konflikt verwickelt. Das zeigt, wie lange der Weg sein könnte, den das Land vor sich hat. Tunesien steckt noch immer in einer schweren Wirtschaftskrise, die die Hoffnung der jungen Demokratie auf eine bessere Zukunft trübt.