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Trauer um Stardirigenten Kurt Masur

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Trauer um Stardirigenten Kurt Masur

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Der Dirigent Kurt Masur ist am Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Weltweit trauern viele Menschen um den Musiker, der lange Jahre unter anderem das Gewandhausorchester in Leipzig sowie dieNew York Philharmoniker geleitet hatte. Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck sagte: “Kurt Masur war nicht nur ein herausragender Musiker, sondern auch ein homo politicus. Viele Menschen werden niemals vergessen, wie er sich im Herbst 1989 für grundlegende Veränderungen in der DDR, für die Freiheit der Menschen und die Demokratie eingesetzt hat. Wir trauern um einen brillanten Musiker, einen großen Humanisten und einen engagierten Kosmopoliten.”

Matthew VanBesien, der Vorsitzende der New York Philharmoniker, sagte: “Was wir lebhaft in Erinnerung behalten, ist Masurs tiefer Glaube an die Musik als Ausdruck von Menschlichkeit.” Das London Philharmonic Orchestra bezeichnete Masur als musikalische Legende, die man sehr vermissen werde. Und der Direktor des Gewandhauses, Andreas Schulz, nannte Masur eine außerordentliche Musikerpersönlichkeit und einen großartigen Humanisten. “Er hat unser Gewandhausorchester und das Gewandhaus geprägt wie kein Zweiter.”

Masur starb am frühen Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut, wie die Sprecherin der New Yorker Philharmoniker, Katherine Johnson, der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die genaue Todesursache blieb zunächst unklar. Der Dirigent litt seit Jahren an der Parkinson-Krankheit. In den vergangenen Jahren war er mehrfach schwer gestürzt: Im Frühjahr 2012 brach er sich bei einem Auftritt in Paris das Schulterblatt. Ein Jahr später stürzte er in Tel Aviv und brach sich die Hüfte.

“Er war ein großer Künstler, der in der Musik stets die Botschaft von Menschlichkeit und Verständigung suchte und fand. Wir trauern um einen der bedeutendsten Dirigenten des 20. und 21. Jahrhunderts und um einen großen Deutschen,” so der deutscher Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Und Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte: “Mit Kurt Masur verliert Deutschland nicht nur einen international herausragenden Künstler, sondern auch eine Persönlichkeit, die … in einer besonders sensiblen Phase der friedlichen Revolution einen bedeutenden Beitrag zur deutschen Einheit geleistet hat”

Masur, am 18. Juli 1927 in Brieg (Schlesien) geboren, wurde nach Engagements unter anderem in Halle, Erfurt und Dresden 1970 als Gewandhauskapellmeister nach Leipzig berufen. Er stand damit in einer Reihe mit Vorgängern wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter. Masur avancierte zu einem der wichtigsten Dirigenten in der DDR. Er hatte wesentlichen Anteil am Bau des 1981 eröffneten Neuen Gewandhauses, des einzigen Konzerthaus-Neubaus in der DDR. “Er hat unser Gewandhausorchester und das Gewandhaus geprägt wie kein Zweiter. Wir sind ihm alle zu tiefstem Dank verpflichtet”, erklärte Gewandhausdirektor Andreas Schulz.



Zum Mythos wurde er durch seine Rolle in der friedlichen Revolution 1989: Masur gehörte am 9. Oktober 1989 zu den Unterzeichnern des “Aufrufs der Leipziger 6” zur Gewaltlosigkeit bei der entscheidenden Montagsdemonstration, den er auch verlas.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte, mit Masur verliere Deutschland einen der besten Kulturbotschafter, der auf der ganzen Welt als großer Maestro geschätzt worden sei. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) schrieb bei Twitter, Masurs Verdienste um die klassische Musik und sein Beitrag zur friedlichen Revolution würden nicht in Vergessenheit geraten.
Bis 1996 war Masur Kapellmeister in Leipzig, danach Ehrendirigent. «Wir verlieren ein musikalisches Genie, einen faszinierenden Dirigenten von erstem Weltrang und einen großen Humanisten», erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).


Von 1991 bis 2002 wirkte Masur als Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker. Von 2002 an war der Maestro bis 2007 Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra und leitete bis 2008 das Orchestre National de France

Im Laufe seiner Karriere spielte Masur mehr als 100 Aufnahmen mit verschiedenen Orchestern ein. Unter anderem nahm er die Symphonien von Beethoven, Bruckner, Brahms und Mendelssohn auf.
Als Weltbürger pendelte er zwischen Deutschland und den USA, wo er laut US-Medienberichten seit vielen Jahren in dem Ort Harrison im US-Staat New York nahe der Grenze zu Connecticut lebte. D

ie Beisetzung soll nach Angaben der New Yorker Philharmoniker im privaten Kreis stattfinden. Zudem solle es später eine öffentliche Gedenkveranstaltung geben. An seiner langjährigen Wirkungsstätte, dem Leipziger Gewandhaus, soll am Montag ein öffentliches Kondolenzbuch ausgelegt werden.