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150 Tote in drei Monaten: Gewaltspirale im Nahostkonflikt dreht sich weiter

In Israel und den Palästinensergebieten kommt es auch weiterhin fast täglich zu Attacken, Zusammenstößen und tödlichen Schüssen. Die seit drei

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150 Tote in drei Monaten: Gewaltspirale im Nahostkonflikt dreht sich weiter

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In Israel und den Palästinensergebieten kommt es auch weiterhin fast täglich zu Attacken, Zusammenstößen und tödlichen Schüssen. Die seit drei Monaten anhaltenden Unruhen forderten inzwischen über 150 Tote.

In der Nähe der Jerusalemer Alstadt erschossen Sicherheitskräfte am Samstag erneut einen mutmaßlichen palästinensischen Angreifer. Er soll versucht haben, einen Polizisten zu erstechen.

Insgesamt 20 Israelis und ein Besucher aus den USA fielen den Angriffen mit Messern oder Autos bislang zum Opfer. Sicherheitskräfte oder bewaffnete Israelis erschossen bei Konfrontationen ihrerseits 126 Palästinenser, 77 davon sollen Angreifer gewesen sein.

Auslöser der Unruhen waren Gerüchte, Israel plane auf Druck jüdisch-orthodoxer Gruppen, die Nutzungsregeln am Tempelberg zu Ungunsten der Moslems zu verändern. Auch jetzt wird männlichen Palästinensern der Zugang zu Altstadt und Tempelberg immer wieder verwehrt, aufgrund der Sicherheitslage. Die Situation belastet auch den Tourismussektor.

Regelmäßig protestieren palästinensische Familienangehörige auch, weil die israelischen Behörden die Leichen von Getöteten zurückhalten. Nach islamischen Brauch sollen Tote sehr schnell beerdigt werden.

Solche Beerdigungen finden in den Palästinensergebieten seit Wochen praktisch täglich statt. Im Westjordanland begruben hunderte Trauergäste eine Frau, die am Freitag als mutmaßliche Angreiferin erschossen worden war. Sie soll ihren Wagen in Richtung der Soldaten eines Checkpoints beschleunigt haben.

Und auch im Gazastreifen fanden sich Hunderte zu einem Begräbnis ein. Der junge Mann war von israelischen Soldaten tödlich getroffen worden. Nach Angaben der Sicherheitskräfte habe er sich mit einer Gruppe Jugendlicher dem israelischen Grenzzaun genähert und Steine auf die Soldaten geworfen.