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Sharmeen Obaid Chinoy: Doku gegen Ehrenmorde in Pakistan

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Sharmeen Obaid Chinoy: Doku gegen Ehrenmorde in Pakistan

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Mit ihrem Dokumentarfilm “A Girl in the River: The Price of Forgiveness” will die pakistanische Filmemacherin Sharmeen Obaid-Chinoy auf das Problem

Mit ihrem Dokumentarfilm “A Girl in the River: The Price of Forgiveness” will die pakistanische Filmemacherin Sharmeen Obaid-Chinoy auf das Problem der Ehrenmorde in ihrem Land aufmerksam machen. Der Film handelt von der 18-jährigen Saba, die einen Anschlag durch ihren Vater und ihren Onkel überlebt. Der Streifen ist in der Kategorie Bester Dokumentar-Kurzfilm für einen Oscar nominiert. Nach Angaben der pakistanischen Menschenrechtskommission werden Ehrenmorde oft von Verwandten verübt. Viele werden nie angezeigt oder rechtlich verfolgt.

Meinung

Die Menschen müssen begreifen, dass das ein sehr schweres Verbrechen ist.

“Wenn man kleine Städte oder Dörfer in Pakistan besucht, stellt man fest, dass die Leute denken, Ehrenmorde sind keine Verbrechen, weil niemand jemals dafür ins Gefängnis geht. Also wollte ich eine nationale Diskussion über Ehrenmorde anstoßen. Denn die Menschen müssen begreifen, dass das ein sehr schweres Verbrechen ist. Es ist nicht Teil unserer Religion oder unserer Kultur. Es sollte als vorsätzlicher Mord verfolgt werden und die Täter sollten ins Gefängnis dafür kommen”, so Sharmeen Obaid Chinoy.

Sabas Vater und Onkel wurden festgenommen und kamen ins Gefängnis. Aber die junge Frau wurde unter Druck gesetzt, den Tätern zu verzeihen. Das ist eine Option im pakistanischen Gesetz. Eine geplante Gesetzesänderung dazu wurde bis heute nicht umgesetzt.

“Der größte Gewinn des ‘The Girl in the River’-Films für mich wäre, wenn der Premierminister die Führung übernähme und alle Akteure zusammenbrächte, um das Gesetz gegen Ehrenmorde von 2014 durchzusetzen. Sein Vermächtnis an die Frauen und seine Familie wäre, dass keine Frau in diesem Land im Namen der Ehre getötet werden könnte, und wenn, dann kämen die Täter ins Gefängnis dafür, um Nachahmer abzuschrecken”, so die Filmemacherin.

Nach der Oscarnominierung des Film gratulierte Premierminister Nawaz Sharif Filmemacherin und versprach, sich für diese Angelegenheit einzusetzen. Außerdem lud er Sharmeen Obaid Chinoy ein, die Doku in seinem Haus führenden Persönlichkeiten des Landes vorzuführen.