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Berlinale: "Cartas da Guerra" zeigt den Schrecken des Krieges in Liebesbriefen

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Berlinale: "Cartas da Guerra" zeigt den Schrecken des Krieges in Liebesbriefen

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“Cartas da Guerra” (Briefe aus dem Krieg) ist ein portugiesischer Beitrag für den Wettbewerb um den Goldenen Bär der 66. Berlinale in Berlin. Der

“Cartas da Guerra” (Briefe aus dem Krieg) ist ein portugiesischer Beitrag für den Wettbewerb um den Goldenen Bär der 66. Berlinale in Berlin.

Meinung

Die vorherige Generation hüllt sich in Schweigen über diesen Krieg.

Der Film von Ivo Ferreira setzt sich mit der Kolonialgeschichte Portugals auseinander. Die literarische Vorlage stammt vom portugiesischen Schriftsteller Antonio Lobos Antunes Briefe, die er 1971 aus dem Angolakrieg an seine schwangere Ehefrau schrieb.

“Im Gespräch über Dinge, die ich nicht erlebt habe, bin ich sehr sensibel. Ich habe dieses sehr heikle Thema in eine Liebesgeschichte verpackt, in eine schöne Liebesgeschichte. Das ist meine Perspektive dieses dummen Kriegs. Ich hoffe, die Leute finden sich irgendwie darin wieder, denn es ist natürlich meine Interpretation der Fakten”, so Ivo Ferreira.

In eindrücklichen Schwarz-Weiß-Szenen zeigt der Regisseur wie sich die anfängliche Kameradschaft unter den Soldaten allmählich in Verzweiflung verwandelt angesichts eines weitgehend unsichtbaren Feindes und Verlusten durch Landminen und hinterhältige Angriffe. Schauspielerin Margarida Vila-Nova sagte:

“Der Krieg endete 1974, aber meine Generation weiß nur wenig, längst nicht alles darüber. Die vorherige Generation hüllt sich in Schweigen über diesen Krieg. Für mich war es sehr wichtig, etwas über diesen Krieg zu erfahren, etwas darüber zu hören, mit Leuten zu sprechen, die in diesem Krieg waren. Ich glaube, junge Leute können durch diesen Film etwas lernen.”

“Cartas da Guerra” ist eine Mischung aus gesprochenem Tagebuch, Kriegsbericht und Liebesgeständnis. Insgesamt 18 Filme stehen im Wettbewerb um den Goldenen Bären.