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"A Dragon Arrives" - surreales Kino aus dem Iran

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"A Dragon Arrives" - surreales Kino aus dem Iran

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“A Dragon Arrives!” – ein Film von Mani Haghighi – nimmt uns mit auf eine surreale Reise in die Geschichte des Irans. Wir schreiben das Jahr 1965

“A Dragon Arrives!” – ein Film von Mani Haghighi – nimmt uns mit auf eine surreale Reise in die Geschichte des Irans. Wir schreiben das Jahr 1965, der Premierminister wurde gerade erschossen, der Schah steht an der Spitze des Staates und die berüchtigte Geheimpolizei sorgt für Angst und Schrecken. Drei Männer versuchen in dieser Zeit, in der Wüste den Tod eines politischen Gefangenen aufzuklären. Sie entdecken einem uralten Friedhof inmitten einer Felsenwüste, und – absurderweise – auch ein riesiges Schiff.

Auf der diesjährigen Berlinale feierte der Streifen Weltpremiere, als Abschlussfilm im internationalen Wettbewerb. Regisseur Mani Haghighi war schon mehrfach auf das Festival eingeladen: 2006 mit seinem Film „Men at work“ und 2012 mit „Modest receiption“. Mit „A Dragon Arrives!“ will er bewusst Grenzen austesten und Schubladen sprengen.„Es ist ein genre-übergreifender Film. Ein bisschen was von Philippe Marlow, etwas Jule Vernes, ein wenig Western , etwas “ Film Noire” das alles zusammengemixt in einem Experiment. Ich wollte sehen, was dabei herauskommt.“

Der Film ist zweifellos eigenwillig und besitzt eine ganz eigene Art, seine Geschichte zu erzählen – offenbar inspiriert von Avantgarde-Autoren des 20. Jahrhunderts. Er spielt ständig mit Wahrheit und Fiktion. Er wirkt wie eine persönliche Art und Weise des Regisseurs, mit der jüngeren Geschichte de Irans umzugehen.

Das Berliner Filmfestival unterstützt das iranische Kino stark. In diesem Jahr gingen vier Beiträge aus dem Iran in unterschiedlichen Wettbewerben an den Start. Im vergangenen Jahr hatte der Film “Taxi Teheran” von Jafar Panahi sogar den goldenen Bären gewonnen Der Regisseur hatte den Film trotz Berufsverbots in seiner Heimat gedreht. Er selbst war bei der Preisverleihung damals in Berlin nicht dabei, weil er in seiner Heimat unter Hausarrest steht.

Anders als Panahi arbeitet Haghighi mit den Zensoren in seinem Land zusammen: „Es ist kompliziert und komplex. Es ist ein Labyrinth, aus dem man seinen Weg finden muss. Wenn man etwas geschickt ist und etwas Glück hat, kann man das schaffen“, sagt der Regisseur. „Der größte Gegner ist immer die Selbstzensur. Ich denke, die iranischen Zensoren sind Menschen, mit denen man reden kann. Wenn man das tut, muss man aufpassen. Und man muss sehr streng mit sich selbst sein, um Selbstzensur zu vermeiden. Ich denke, bei diesem Film ist mir das gelungen.“

Haghighi vermischt in seinem Film reale Ereignisse aus der Geschichte seines Landes mit übernatürlichen Sagen und dokumentarischen Interviews. Für den Zuschauer ist es nicht immer ganz einfach, dem zu folgen. Wer sich aber darauf einlässt, der wird noch wochenlang Freude haben darüber zu rätseln, was Wahrheit war und was nicht.