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Super Tuesday in den USA: Trump spaltet die Republikaner

Nach dem Super Tuesday ist das Undenkbare eingetreten: Donald Trump hat einen großen Vorsprung. Sein Marsch in Richtung Kandidatur der Republikaner

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Super Tuesday in den USA: Trump spaltet die Republikaner

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Nach dem Super Tuesday ist das Undenkbare eingetreten: Donald Trump hat einen großen Vorsprung. Sein Marsch in Richtung Kandidatur der Republikaner scheint unaufhaltsam. Wir haben mit Stefan Grobe, unserem Korrespondenten in Washington, über die Ergebnisse der US-Vorwahlen gesprochen.

Meinung

"Unter den Republikanern ist ein richtiger Bürgerkrieg ausgebrochen und es ist nur schwer vorstellbar, dass sie sich nach den Vorwahlen wieder versöhnen werden."

euronews, Nial O’Reilly:
“Stefan, Trumps Sieg stürzt die Elite der Republikaner in eine Krise. Wie wird sie auf dieses Ergebnis reagieren?”

Stefan Grobe:
“Trumps Siege beim Super Tuesday haben die riesige ideologische und kulturelle Kluft in der Partei der Republikaner noch vergrößert. Eine wachsende Zahl republikanischer Mitglieder des Kongresses, Senatoren und Kongressabgeordnete, sagen, dass sie niemals für Donald Trump stimmen werden, selbst wenn er nominiert wird. So etwas gab es noch nie. Zuletzt hatte 1964 eine Gruppe Konservativer die Kontrolle der republikanischen Partei übernommen, um Barry Goldwater als Kandidaten zu nominieren. Er erlitt gegenüber Lyndon Johnson eine verheerende Niederlage. Jetzt steht die republikanische Partei erneut vor einer existenziellen Bedrohung. Unter den Republikanern ist ein richtiger Bürgerkrieg ausgebrochen und es ist nur schwer vorstellbar, dass sie sich nach den Vorwahlen wieder versöhnen werden.”

euronews:
“Manche Experten sagen, dass die republikanischen Wähler Hillary Clinton das Weiße Haus auf einem Silbertablett serviert haben. Sie gehen davon aus, dass Trump nicht Präsident werden kann. Ist das wirklich so?

Stefan Grobe:
“Es ist nicht so einfach. Hillary Clinton ist keine fehlerlose Kandidatin. Sie hat viele Probleme, und Donald Trump ist wahrscheinlich ihr kleinstes Probleme. Sie hat Probleme mit der Justiz. Sie muss beweisen, dass sie eine Veränderung zum Besseren bewirken kann und sie muss sich auch auf Barack Obamas Leistungen berufen. Und während den verbleibenden Vorwahlen muss sie sich auf einem feinen Grat bewegen. Einerseits muss sie Bernie Sanders angreifen, andererseits muss sie präsidial und souverän wirken. Sie darf die Wähler von Bernie Sanders nicht vergraulen, denn sie wird sie später bei der Wahl brauchen.”

euronews:
“Was passiert wenn Trump nominiert wird? Wird er bei der Kampagne um das Weiße Haus ein breiteres Publikum ansprechen und ein wenig moderater auftreten?”

Stefan Grobe:
“Die Antwort darauf ist einfach: Nein. Das kann ich mir nicht vorstellen. Trumps Rede nach dem Super Tuesday und seine Stellungsnahmen der vergangenen Monate deuten eher auf das Gegenteil hin. Er wird mehr denn je auf seinen Positionen beharren, also z.B. auf der Idee eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu bauen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er plötzlich zu einem moderaten Kandidaten wird.”