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Worum geht es bei den Wahlen am Super-Sonntag?

Am Sonntag wählen 20 Prozent der Deutschen in drei Bundesländern die Abgeordneten für ihre Landtage. Doch vor allem gelten die Wahlen als Test für die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel.

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Worum geht es bei den Wahlen am Super-Sonntag?

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Am sogenannten Super-Sonntag wählen 20 Prozent der Deutschen in drei Bundesländern die Abgeordneten für die Landtage. In Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt gibt es jeweils unterschiedliche politische Landschaften und drei verschiedene Koalitionsregierungen. Es sollte wohl auch um regionale Themen gehen, aber die Wahlen gelten vor allem als der erste große Test der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel.

Mit Spannung wird erwartet, wie die rechtspopulistische und migrationsfeindliche AfD abschneidet, nachdem die Partei von Frauke Petry bei den Kommunalwahlen in Hessen zweistellige Ergebnisse holte.

Baden-Württemberg

- Baden-Württemberg hat etwa 10 Millionen Einwohner

Sitzverteilung im 2011 gewählten Landtag
CDU 60 Sitze
Grüne 36 Sitze
SPD 35 Sitze
FDP 7 Sitze

Die Landesregierung ist eine grün-schwarze Koalition – mit Winfried Kretschmann an der Spitze.

Baden-Württemberg ist das erste und bisher einzige deutsche Bundesland mit einem grünen Ministerpräsidenten. Winfried Kretschmann (67) wurde mitten im Streit um Stuttgart 21 gewählt. Der pratkizierende Katholik ist ein äußerst populärer Politiker – und er ist mit Abstand der bekannteste Kandidat.
Spitzenkandidat der CDU ist Guido Wolf (54), der bundesweit bestenfalls dadurch auffiel, dass er Angela Merkel einen Stoff-Wolf überreichte.

In der Frage der Flüchtlingspolitik unterstützt Winfried Kretschmann die Politik von Angela Merkel. Er hat im Bundesrat auch gegen den Kurs der Grünen für strengere Asylgesetze gestimmt.

Baden-Württemberg gehört zu den wirtschaftsstärksten und reichsten Regionen in Europa. Die Arbeitslosenquote ist mit 4 Prozent die niedrigste in Deutschland.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz leben 4 Millionen Menschen.

Sitzverteilung im Landtag von Mainz
SPD 42 Sitze
CDU 41 Sitze
Grüne 18 Sitze

Rheinland-Pfalz wird von einer rot-grünen Koalition regiert. Ministerpräsidentin ist seit 2013 nach dem Rücktritt des langjährigen Amtsinhabers Kurt Beck (Maria Luise Anna) Malu Dreyer. Sie gilt als volksnahe Politikerin mit einer hohen Popularitätsrate.

Die Herausfordererin von Malu Dreyer (54) ist die CDU-Politikerin Julia Klöckner (43). Beide saßen sich auch in einer TV-Debatte gegenüber. Dabei hat die SPD-Spitzenkandidatin die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel verteidigt. Julia Klöckner dagegen hat im Wahlkampf mit alternativen Plänen zu denen der Kanzlerin von sich reden gemacht und offenbar versucht, rechte Wähler anzusprechen, aber sie konnte sich selbst in der eigenen Partei mit ihren Ideen kaum durchsetzen.

Wie Baden-Württemberg gehört auch Rheinland-Pfalz zu den wohlhabenden Regionen in Deutschland mit niedriger Arbeitslosenquote.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt hat 2.3 Millionen Einwohner und anders als die beiden anderen Bundesländer mit 10,8 Prozent eine relativ hohe Arbeitslosenquote.

Landesparlament in Magdeburg

CDU 41 Sitze
Die Linke 29 Sitze
SPD 26 Sitze
Grüne 9 Sitze

Schon die Wahl 2011 galt als Test für Angela Merkel.

Die Landesregierung ist eine große Koalition aus CDU und SPD unter der Führung von Reiner Haseloff (CDU).

In Umfragen kommt die AfD in Sachsen-Anhalt auf 19 Prozent der Stimmen – hinter der CDU und knapp der Linken, aber vor der SPD. Viele Beobachter meinen, dass sich die Parteienlandschaft durch die Landstagswahl radikal verändern könnte.

Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt André Poggenburg stellt sich selbst als erfolgreicher Geschäftsmann dar, doch er hatte wegen verschiedener Finanzgeschichten Probleme mit der Justiz. Poggenburg gehört zum rechten Flügel der rechstpopulistischen AfD.

In Sachsen-Anhalt war die Zahl fremdenfeindicher Anschläge in den vergangenen Monaten höher als anderswo in Deutschland. Auch ein geplantes Asylbewerberheim in Tröglitz wurde angegriffen.