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Farblos und todgeweiht: Korallenbleiche in 95 Prozent des nördlichen Great-Barrier-Riffs

Die Korallenbleiche am Great-Barrier-Riff bei Australien hat ihr bisher schlimmstes historisches Ausmaß erreicht. Die Bleiche wird durch warme

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Farblos und todgeweiht: Korallenbleiche in 95 Prozent des nördlichen Great-Barrier-Riffs

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Die Korallenbleiche am Great-Barrier-Riff bei Australien hat ihr bisher schlimmstes historisches Ausmaß erreicht. Die Bleiche wird durch warme Meereströmungen verursacht. Schuld daran hat auch das Wetterphänomen El-Nino, so die mit der Beobachtung beauftragte australische Taskforce. Den Wissenschaftlern zufolge sind im nördlichen Abschnitt inzwischen auf 95 Prozent der Riffbänke starke Bleichschädigungen zu sehen.

Bei zu hohen Temperaturen verlieren die Korallen ihre farbgebenden symbiotischen Algen. Eine Neubesiedelung aus gesunden Riffteilen ist grundsätzlich möglich, setzt aber die passenden Temperaturen voraus und kann viele Jahre dauern. Ohne die Symbiosepartner drohen die Korallen langfristig abzusterben. Laut Wissenschaftlern am Riff liegt die Korallen-Sterblichkeit stellenweise schon bei 50 Prozent.

Umweltschützer riefen nun erneut die Vereinten Nationen auf, das Riff als gefährdet einzustufen. Die UNESCO hatte es im vergangenen Jahr noch nicht auf seine Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

Die australische Regierung will laut dem Umweltministerium im kommenden Jahrzehnt gut 1,3 Milliarden Euro in Schutzmaßnahmen für das größte Riff der Welt investieren, das ein wichtiger Tourismusfaktor ist. Neben der Korallenbleiche ist das Riff auch von zuletzt gehäuft auftretenden Seeigel-Invasionen geschädigt. Zu den schwerer umsetzbaren Rettungsvorschlägen gehörte in der Vergangenheit etwa die Idee, große Sonnensegel über dem Riff aufzuspannen.