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"Das Meer ist so tödlich wie nie" - Vier Frauen und ein Säugling ertrinken in der Ägäis

Zum ersten Mal seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens, ist in der Ägäis wieder ein Flüchtlingsboot gekentert. Wie die Küstenwache mitteilte

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"Das Meer ist so tödlich wie nie" - Vier Frauen und ein Säugling ertrinken in der Ägäis

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Zum ersten Mal seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens, ist in der Ägäis wieder ein Flüchtlingsboot gekentert. Wie die Küstenwache mitteilte, kamen vier Migrantinnen und ein Säugling bei dem Unglück vor der griechischen Insel Samos ums Leben. Fünf Personen konnten gerettet werden, vier gelten als vermisst.

Zwar gehen die Flüchtlingszahlen global zurück, doch setzen auch am Freitag und Samstag insgesamt 120 Schutzsuchende zu den griechischen Inseln über, wie der Krisenstab in Athen mitteilte.

Seit Montag werden Migranten, die illegal nach Griechenland einreisen, zurück in die Türkei geschickt. Zwei Fähren brachten am Freitag mehr als 120 Menschen von den griechischen Ägäis-Inseln in die Hafenstadt Dikili.

Im Gegenzug will die EU Ankara syrische Flüchtlinge direkt aus türkischen Notlagern abnehmen.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die sogenannten Rückführungen. Der “dreckige” Deal habe nichts genutzt, das Meer sei so “tödlich wie nie”, schreibt die Organisation Ärzte ohne Grenzen.

In den Abschiedelagern beantragen viele der Menschen nun Asyl, um ihre Rückführung in die Türkei zu verhindern oder zumindest aufzuschieben. Weil ihre Anträge erst geprüft werden müssen, war der Rückführungsprozess gleich zu Beginn der Woche ins Stocken geraten.

Beim Besuch eines Flüchtlingslagers in Athen sprach ein griechischer Regierungsvertreter vor EU-Ministern von Startschwierigkeiten bei den Rückführungen. Man erwarte jedoch, dass das neue Programm in ein bis zwei Wochen problemlos funktionieren werde.