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Ex-CIA Agentin Sabrina De Sousa könnte bald von Portugal nach Italien ausgeliefert werden

Portugals Oberster Gerichtshof hat den Einspruch der ehemaligen CIA-Agentin Sabrina De Sousa gegen ihre Auslieferung nach Italien abgelehnt. Dort ist

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Ex-CIA Agentin Sabrina De Sousa könnte bald von Portugal nach Italien ausgeliefert werden

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Portugals Oberster Gerichtshof hat den Einspruch der ehemaligen CIA-Agentin Sabrina De Sousa gegen ihre Auslieferung nach Italien abgelehnt. Dort ist sie wegen der Entführung eines ägyptischen Terrorverdächtigen im Jahr 2003 in Abwesenheit zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Als letztes Rechtsmittel bleibt De Sousa nun noch der Gang vors portugiesische Verfassungsgericht.

Für die CIA war De Sousa als Diplomatin getarnt in Italien stationiert und soll 2003 an der Entführung des ägyptischen Geistlichen Osama Mustafa Hassan Nasr in Mailand beteiligt gewesen sein. Der auch unter dem Namen Abu Omar bekannte Imam einer Mailänder Moschee war vom amerikanische Geheimdienst CIA im Februar 2003 auf offener Straße entführt worden. Der Ägypter, dem Italien politisches Asyl gewährt hatte, wurde dann über den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland und nach Kairo geflogen.

In Ägypten wurde Nasr nach Angaben seiner Anwälte in einem Hochsicherheitsgefängnis gefoltert, bevor er im April 2004 entlassen wurde. Laut amnesty international wurde er kurz darauf Mitte 2004 aber erneut festgenommen und saß mehrere Jahre in Haft. Am 11. Februar 2007 erklärte sein Anwalt Montasser al-Zayat, Abu Omar sei wieder bei seiner Familie und wolle im Prozess gegen seine Entführer aussagen.

Die Verschleppung war Teil der umstrittenen Anti-Terror-Strategie der USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001. De Sousa und 21 weitere CIA-Mitarbeiter und ein Offizier der US-Airforce wurden in einem 2007 eröffneten Verfahren wegen Nasrs Entführung in Abwesenheit zu Haftstrafen zwischen fünf und neun Jahren verurteilt. Der Prozess in Mailand war das erste Justizverfahren in Europa zu Verschleppungen von Terrorverdächtigen in für Folter bekannte Länder. Die USA hatten solche Entführungen nach 2001 systematisch betrieben.

De Sousa, die sowohl einen amerikanischen als auch einen portugiesischen Pass besitzt, war im Oktober aufgrund eines europäischen Haftbefehls am Flughafen von Lissabon festgenommen worden. Ihr wurde bis zur Entscheidung über die Auslieferung der Reisepass abgenommen. Im Januar entschied bereits eine erste Instanz, dass die Auslieferung rechtens sei.