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Protest gegen Bildungssystem: Lehrer in Ungarn legen ihre Arbeit nieder

Seit Beginn des Jahres hatten Lehrer und Schüler immer wieder protestiert: Jetzt setzten die Pädagogen zum ersten Mal ihre Arbeit aus.

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Protest gegen Bildungssystem: Lehrer in Ungarn legen ihre Arbeit nieder

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In Ungarn sind mehrere Tausend Lehrer in einen eintägigen Streik getreten. Der Protest richtet sich gegen die Zentralisierung des Bildungssystems der rechts-konservativen Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban. Karohemden sind zum Symbol ihrer Revolte geworden.

Katalin Törley ist Lehrerin. Sie hofft auf Veränderung: “Wenn das Streikkomitee irgendetwas mit dieser Aktion erreichen kann, dann wären das schon ein oder zwei Schritte nach vorne. Der Weg, um etwas grundlegend zu ändern, oder das gesamte Bildungssystem umzukrempeln ist sehr lang.”

Seit Jahresbeginn waren “Pädagogen in Ungarn immer wieder auf die Straße gegangen“http://de.euronews.com/2016/03/30/lehrer-sagen-orbans-regierung-den-kampf-an/. Sie kritisieren überfrachtete Lehrpläne und schlecht ausgestattete Schulen.

Wie schon bei den zahlreichen Protesten in der Budapester Altstadt drückten auch Schüler ihre Unzufriedenheit mit dem System aus. Viktor Gyetvai kann die Forderungen der Lehrer gut nachvollziehen: “Die Lehrer haben den Streik angekündigt aber dürfen das Schulgebäude nicht verlassen. Also haben wir uns entschieden, die Aktion sichtbar zu machen. So können wir auch Solidarität ausdrücken und uns ihren Forderungen anschließen.”

“Der Streiktag betraf zunächst nur das Bildungssystem. Allerdings haben auch einfache Bürger sowie Gewerkschaften aus ganz anderen Bereichen durch kleinere Initiativen ihre Solidarität ausgedrückt”, erklärt euronews-Reporterin Andrea Hajagos.

Taxifahrer etwa veranstalteten vor dem Bildungsministerium in der Hauptstadt Budapest ein lautes Hupkonzert.