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Öl-Blues: Preisverfall kostet Förderländer hunderte Milliarden - Saudi-Arabien will sich neu erfinden

Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass der Machtkampf auf dem Ölmarkt die ölabhängigen Volkswirtschaften im Nahen Osten allein im vergangenen

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Öl-Blues: Preisverfall kostet Förderländer hunderte Milliarden - Saudi-Arabien will sich neu erfinden

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Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass der Machtkampf auf dem Ölmarkt die ölabhängigen Volkswirtschaften im Nahen Osten allein im vergangenen Jahr rund 350 Milliarden Euro an Öleinnahmen gekostet hat. Dieses Jahr könnten es demnach nochmal 133 Milliarden werden. Bisher war der IWF von 320 Milliarden Euro Einnahmeausfall ausgegangen.

Meinung

Ich glaube, 2020 können wir auch ohne Öl auskommen

Der Rückgang der Erlöse aus dem Export von Erdöl ist die direkte Folge des Verfalls der Rohölpreise von rund 115 Dollar pro Barrel Mitte 2014 auf unter 30 Dollar zu Beginn des Jahres, so der IWF. Im Moment werden gut 40 Dollar bezahlt.

Der Einnahme-Ausfall belastet die Wirtschaft großer Ölexporteure wie Saudi-Arabien und Kuwait enorm, sie haben im vergangenen Jahr massive Haushaltsdefizite verbucht.

“2016 ist Jahr die Nummer zwei in einer mehrjährigen Anpassungsprozess mit dem Ziel ausgeglichener Haushalte”, sagte Masood Ahmed, IWF-Direktor für den Mittleren Osten und Zentralasien. Die Länder sollten abgehen von dem Wirtschaftsmodell in dem der Staat der größte Arbeitgeber ist – zugunsten eines Systems, in dem der private Sektor eine größere Rolle spielt.

Länder wie Malaysia, Indonesien und Chile hätten erfolgreich ihre Abhängigkeit von Energie-Rohstoffen reduziert.

Ahmed warnt davor, dass das derzeitige Tempo der Schaffung von Arbeitsplätzen nicht ausreicht, um Neuzugänge auf dem Arbeitsmarkt zu absorbieren – 10 Millionen junge Menschen in den Ölexportländern im Nahen Osten in den nächsten fünf Jahren. 3 Millionen Arbeitslose zusätzlich, so der IWF, das gäbe dann 20% Jugendarbeitslosigkeit in der Region.

DER WELTGRÖßTE ÖLEXPORTEUR SAUDI-ARABIEN PLANT EINEN TIEFGREIFENDEN UMBAU SEINER WIRTSCHAFT

Das Königreich will seine Abhängigkeit von den zuletzt schwindenden Rohstoffeinnahmen verringern und seinen Wohlstand mit verstärkten Auslandsinvestitionen langfristig sichern. Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman stellte das ehrgeizige Reformprojekt mit dem Namen “Vision 2030” vor.

Dessen Ziele bedeuten auch erhebliche soziale Änderungen in dem sehr konservativ geprägten muslimischen Land. So soll der Anteil der Frauen im Arbeitsleben von derzeit 22 auf 30 Prozent steigen, nachdem er in den vergangenen fünf Jahren bereits deutlich zugelegt hatte. Ferner sollen Araber und Muslime aus dem Ausland künftig mit großzügigen Aufenthaltserlaubnissen bessere Jobchancen bekommen.

“Ich glaube, 2020 können wir auch ohne Öl auskommen”, sagte Prinz Mohammed.

su mit Reuters