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Marokkos Luftfahrtindustrie im Aufwind

*Marokkos Luftfahrtindustrie mausert sich – wie auch bei der Zulieferer-Messe in Seattle (Seattle Aerospace and Defense Supplier Summit) im April zu sehen.

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Marokkos Luftfahrtindustrie im Aufwind

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*Marokkos Luftfahrtindustrie mausert sich – wie auch bei der Zulieferer-Messe in Seattle

Meinung

Wir können es uns nicht erlauben, diesen zukunftsträchtigen Sektor außen vor zu lassen.

(Seattle Aerospace and Defense Supplier Summit) im April zu sehen. Laut Statistik der Regierung haben die Zulieferbetriebe inzwischen mehr als hundert Unternehmen aus Europa und den USA als Investoren gewinnen können, die Branche verzeichnete in den vergangenen Jahren gut 25 Prozent Wachstum. Tausende neue Jobs wurden geschaffen. *

Industrieminister Moulay Hafid Elalamy ist stolz: “Das ist ein zukunftsträchtiger Sektor mit einem florierenden Geschäft. Als Land mit starkem Industrialisierungsbestreben können wir es uns nicht erlauben, diesen Sektor außen vor zu lassen. Und die Investitionen erfolgen schnell und sehr konkret.”

Die Messe in Seattle ist für die Marokkaner eine willkommene Bühne, um ihre Technologie und ihr Knowhow anzupreisen. Zulieferer für Luftfahrt und Verteidigung kommen hier einmal im Jahr bei vorab arrangierten persönlichen Treffen in Kontakt.

Marokko verweist auf die Nähe zu Toulouse

Hamid Benbrahim EL Andaloussi, der Vorsitzende vom marokkanischen Verband der Luft- und Raumfahrtindustrie, GIMAS : “Was Marokko vor allem zu bieten hat, sind erst einmal Kompetenzen bei der Qualität, was uns erlaubt, Exzellenzzentren aufzubauen. Und auch die Nähe zu Europa, zu den wichtigen Luftfahrtstützpunkten dort. Warenlieferungen von uns nach Toulouse brauchen 48 Stunden – und Toulouse ist das Herz der Luftfahrt in Europa.”

Ein Ausbildungsinstitut ganz nach dem Geschmack der Industrie

Szenenwechsel, diesseits des Atlantiks: In Casablanca hat Marokko das Institut des Métiers de l’Aéronautique errichtet, kurz IMA, um den Betrieben die nötige Ausbildung und Kompetenzen für die anspruchsvolle Luftfahrtindustrie zu vermitteln. Ein Angebot, das auch potentielle Investoren aus Europa schätzen, wie zum Beispiel Philippe Hoste von der belgischen Firma Precimetal: “Für mich ist das IMA ein einzigartiges Angebot, denn man hat damit als Unternehmen, das in Marokko investieren möchte, die Möglichkeit, den Typ Arbeiter genau auszuwählen und das IMA zu bitten, diese Leute so auszubilden, dass sie binnen kurzer Fristen bereit und operationell sind, um in der Industrie zu arbeiten, die man in Marokko entwickeln will.”

Das Institut bildet Neulinge wie auch Mitarbeiter der Luft- und Raumfahrttechnik aus und weiter. Mehr als 600 Jugendliche hätten dadurch den Einstieg ins Berufsleben geschafft, sagt El Andaloussi, der auch Präsident des IMA ist: “Wir haben dieses Institut in Partnerschaft mit dem Staat und der Industrie aufgebaut. Wir führen es im Interesse des Staates. Die Lehrlinge wählen wir im Interesse der Unternehmen aus. Sie werden hier sechs bis acht Monate lang ausgebildet, in einem System der berufsbegleitenden Ausbildung.”

Perspektiven für Marokkos Jugend

Die marokkanische Firma MATIS Aerospace wurde 2001 gegründet – Boeing, Labinal Power Systems et Royal Air Maroc. Das Unternehmen produziert Kabel für verschiedene Boeing-, Airbus-und Falcon-Typen. Umsatz umgerechnet rund 60 Millionen Euro – und es geht weiter nach oben, erklärt Matis-Chef Abdelghani Errahmani. “Matis Aerospace vergrößert sich im Rahmen eines Wachstumsplans, um vor allem den steigenden Bedarf von Boeing abzudecken. 400 neue Stellen wurden geschaffen. Unsere Fabrik ist erweitert worden und erstreckt sich heute über mehr als 12.000 Quadratmeter im Technologiepark Nouaceur bei Casablanca.”

Boeing zeichnete die Firma für Qualität und verlässliche Lieferfristen mit einem “Silver Award” aus.

Ein guter Start für Marokkos Luftfahrtindustrie – nun hofft sie auf Rückenwind…