Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Ausnahmezustand in Bagdad: Demonstranten stürmen Grüne Zone

welt

Ausnahmezustand in Bagdad: Demonstranten stürmen Grüne Zone

Werbung

Mehrere tausend Menschen haben die schwer gesicherte Grüne Zone in der irakischen Hauptstadt Bagdad gestürmt. Unter anderem besetzten sie das Parlament und das Büro von Ministerpräsident Haidar al-Abadi. Die Demonstranten wollten mit der Aktion ihre Forderung nach politischen Reformen untermauern. Der radikale schiitische Geistlichen Muktada al-Sadr hatte zu Protesten aufgerufen.

“Wir gehorchen den Befehlen Muktada Al-Sadrs. Das ist ein friedlicher Protest. Wir wissen jetzt, wer hinter den Anschlägen in Sadr-City, Kadima und Adil steckt. Seit heute ist klar, dass wir von Terroristen regiert werden”, meint Demonstrant Ali Hussein.

Die Behörden verhängten den Ausnahmezustand und ordneten eine Ausgangssperre an. Die Polizei setzte Tränengags gegen die Demonstranten ein. Ministerpräsident Haidar Al-Abadi verurteilte die Ausschreitungen scharf.



“Was heute geschah, die Erstürmung der Regierungsgebäude und die Zerstörung öffentlichen Eigentums kann nicht toleriert werden. Wir können gegenüber den Täter keine Nachsicht üben. Das Gesetz muss gegenüber jedermann angewandt werden”, forderte Ministerpräsident Al-Abadi.

Seit Monaten kommt es in vielen irakischen Städten immer wieder zu Demonstrationen für Reformen. Die Demonstranten fordern ein Kabinett aus Technokraten, eine Abstimmung hierzu im Parlament wurde aber mehrfach verschoben. An die Spitze der Protestbewegung hat sich der Schiitenprediger Al-Sadr gesetzt, der seine Anhänger vor allem in den armen Vierteln Bagdads findet. Ende April hatten Demonstranten die Grüne Zone bereits einmal gestürmt.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel