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Nach Vorwahlsieg bei US-Präsidentschaftswahlen: "Clinton hat eine Herkulesaufgabe vor sich"

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Nach Vorwahlsieg bei US-Präsidentschaftswahlen: "Clinton hat eine Herkulesaufgabe vor sich"

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Alisdair Stanford, euronews: Hillary Clinton hat sich bei den Präsidentschaftswahlen in den USA zur Siegerin der Vorwahlen bei den Demokraten erklärt. Dazu sind wir mit unserem Korrespondenten Stefan Grobe in Washington verbunden. Stefan, Clinton spricht von einem historischen Moment. Sie hat endlich erreicht, worauf sie so lange gewartet hat.

Stefan Grobe, euronews-Korrespondent in Washington: Absolut richtig, Alisdair, das war eine historische Nacht. Eine sehr große Nacht. Denn erstens hat Clinton viel besser abgeschnitten als erwartet. Sie hat sogar South Dakota gewonnen, ein Staat, auf den sie gar nicht gesetzt hatte. Außerdem hat sie in Kalifornien sehr gut abgeschnitten, das war der größte Erfolg im letzten Super Tuesday dieser Vorwahl. Das hat sich auch in ihrer Körpersprache gezeigt, in der Art und Weise, wie sie ihre absolut enthusiastischen Anhänger in ihrem Hauptquartier in Brooklyn in New York begrüßt hat. Sie ist sehr erleichtert, dass die Vorwahlen vorbei sind und sie sich endlich darum kümmern kann, Trump zu schlagen, den Kampf auf die nationale Ebene zu führen und Trump dort anzugreifen. Ihre größte Aufgabe ist es jetzt, die demokratische Partei zu vereinen.

Stanford: Kann sie, jetzt, wo Bernie Sanders aus dem Rennen ist, dessen Anhänger für sich gewinnen? Sie unterstützen ihn ja bis zuletzt.

Grobe: Das ist die große Frage, die sich auch viele moderate Demokraten im Kongress stellen. Was wird Sanders tun? Er hat keine Chance mehr auf die Nominierung. Rein rechnerisch ist er draußen, jetzt wo Clinton die nötigen Delegierten zusammen hat. Aber es gibt eine Hardcore-Gruppe unter den Sanders Anhängern, die das wollen, was Sanders eine politische Revolution nennt und für die gilt: entweder Bernie oder niemand. Sie haben schon angekündigt, dass sie niemals Clinton wählen würden und eine kleine Minderheit hat sogar gesagt, dass sie lieber für Trump stimmen würde. Clinton hat also eine Herkulesaufgabe vor sich. Sie muss die absoluten Bernie-Fans unter den sogenannten Millenials, also junge College-Studenten, die zum ersten Mal in ihrem Leben an einem politischen Prozess teilnehmen, für ihren Kampf gegen Trump gewinnen.

Stanford: Clinton und Trump haben nicht lange damit gewartet, sich gegenseitig anzugreifen. Gibt es irgendwelche Anzeichen dafür, wie Clinton dem Kandidaten der Republikaner bis November gegenüber treten will?

Grobe: Wir haben in der vergangenen Woche schon einmal gesehen, wie das aussehen könnte, als sie eine Rede hielt, in der es eigentlich um Außenpolitik gehen sollte, die dann aber faktisch eine vernichtende Kritik an Trump war. Clinton ging an, was ihrer Darstellung nach seine Schwächen und seine Unfähigkeit ist. Dass er geistig nicht auf der Höhe ist und zu wankelmütig, um Präsident der Vereinigten Staaten zu sein, davon werden wir wohl noch mehr sehen. Es steht ein Wahlkampf bevor, wie ihn das Land noch nie erlebt hat.

Stanford: Da können wir bis November noch einiges erwarten. Danke, Stefan.

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