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Auf der Kippe - die Zukunft der britischen EU Parlamentarier

Redaktion Brüssel

Auf der Kippe - die Zukunft der britischen EU Parlamentarier

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Der 23. Juni könnte nicht nur zum Schicksalstag für Großbritannien und für ganz Europa werden, auch die meisten britischen EU-Abgeordneten fragen sich, ob und wie sie im Falle eines Brexit Teil des Parlamentes bleiben können – oder eben nicht. Diese existentielle Frage betrifft fast 10 Prozent des EU Parlamentes, 73 von 751 Abgeordneten stammen von der Insel. Und die Prognosen stehen 50:50. Die 24 Abgeordneten der UKIP würden als erklärte EU Gegner wahrscheinlich gleich die Mitarbeit aufkündigen, die 20 Linksliberalen von der Labour Party wie auch die 19 Konservativen zumindest konstruktiv weitermachen.

Der deutsche Liberale Alexander Graf Lambsdorff sieht keine abrupten Veränderungen, sondern erst einmal lange Verhandlungen und eine Pflicht zur Mitarbeit:

“Juristisch gesehen werden wir zwei Jahre verhandeln – oder auch länger. Aber für mich ist klar, die britischen Parlamentarier und der Kommissar sollten bleiben; sie sind gewählt, um gesamteuropäische Interessen zu vertreten und nicht nur britische Belange.”

Der britische Labor Abgeordnete Richard Corbett ist ein EU-Urgestein und geht davon aus das im Fall der Fälle die Situation weniger juristisch als pragmatisch gehandhabt wird.

“Ich denke, falls wir in die Situation kommen sollten, dann würden sich die meisten britischen Abgeordneten bei Fragen zur Zukunft der Union enthalten, wenn Grossbritannien nicht mehr Teil der EU wäre. Bei Fragen zum aktuellen Budget, in das wir noch einzahlen, würden wir unsere Stimmen wohl noch behalten.”

Martin Schulz, Präsident des EU Parlamentes glaubt, dass die EU Gegner mit wehenden Fahnen von Bord gehen werden.

“Einige Briten, zum Beispiel die Mitglieder der UK Independence Party können es gar nicht abwarten, bis sie das Recht haben zu gehen. Ich nehme an, sie gehen sofort und kommen auch nicht mehr zurück ins Parlament.”

Gegner und Befürworter eines Brexit liegen ungefähr gleichauf; derweil gibt es mehr und mehr warnende Stimmen, was für die Briten und ihre Wirtschaft auf dem Spiel steht. Für die britischen Abgeordneten selbst hielte sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen, ihre Bezüge laufen bis 2019, Brexit hin oder her.

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