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Fußball-EM: Frankreich feiert trotz Müllbergen und Terrorgefahr

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Fußball-EM: Frankreich feiert trotz Müllbergen und Terrorgefahr

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In Paris haben rund 83.000 Menschen den Auftakt der Fußball-Europameisterschaft gefeiert.

In der Fanmeile vor dem Eiffelturm schwenkten sie französische Fahnen und sahen den Auftritt des Star-DJs David Guetta, von dem auch der EM-Song This One’s For You stammt. Lange mussten sie anstehen, um auf das Gelände auf dem Marsfeld zu gelangen. Die Sicherheitsmaßnahmen sind hoch, noch immer gilt nach den Anschlägen vom November in Frankreich der Ausnahmezustand.

Rund 90.000 Polizisten sind im Einsatz, um die Spiele zu schützen, vor allem aber das Drumherum: die Städte, Straßen und Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, all die Orte, an denen sich Fans im Freudentaumel unbekümmert aufhalten werden. Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Attentäter von Paris auch und gerade zur Europameisterschaft Anschläge verüben und damit dem verhassten Europa einen Stich ins Herz versetzen wollten. Der Fußball ist wie kaum etwas anderes ein Symbol der Gemeinschaft und des westlichen Lebensstils, der Freiheit und des Amüsements.

Zugführer verpflichten, Müllberge abtragen

Unterdessen versammeln sich französische Gewerkschafter wieder zu Protesten gegen die Arbeitsreformen. Die Hoffnung der Regierung, dass bis zur EM Ruhe im Land einkehren würde, haben sich nicht erfüllt. Präsident François Hollande rief noch einmal zu einem Ende der Streiks auf, jeder, sagte er, müsse seiner Verantwortung gerecht werden. Der Chef des EM-Organisationskommitees äußerte bereits seine Sorge, die Unruhen könnten die Fußballfreude verderben. Öffentliche Verkehrsmittel sind immer noch von den Streiks betroffen. Die Regierung denkt nun darüber nach, Zugführer zum Dienst zu verpflichten, um die Anreise der Fußballfans sicherzustellen. Die Bemühungen, ein normal funktionierendes Land zu präsentieren, zeigen erste Wirkung: Nachdem sich durch den Streik der Müllabfuhr in Paris der Müll gestapelt hatte, verschwinden jetzt erste Abfallberge wieder.

Um zumindest die gewaltbereiten Hooligans unter Kontrolle zu halten, hat man sich Hilfe aus dem Ausland geholt. 180 Polizisten aus allen EM-Teilnehmerländern arbeiten in einem Lagezentrum zusammen, um mögliche Gewalttäter zu erkennen. In Marseille haben bereits am Donnerstag britische Hooligans vor einem Pub randaliert und die Polizisten angegriffen. Mehr als Zweihundert waren es, zwei Personen wurden festgenommen. Am Samstag wird es wohl nicht besser, dann spielt in Marseille England gegen die Ukraine.

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