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Der US-Wahlkampf oder die Instrumentalisierung der Gewalt

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Der US-Wahlkampf oder die Instrumentalisierung der Gewalt

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Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA wird intensiver, und selbst der Massenmord in Orlando hat es prompt zum Wahlkampfthema geschafft. Donald Trump warf US-Präsident Barack Obama vor, die Feinde der USA vor den eigenen Bürgern zu bevorzugen und stellte den Präsidenten damit quasi auf eine Stufe mit den Terroristen. Obama nahm den Angriff auf seine Person auf. In einer wohlüberlegten Rede an die Nation sagte er, Trump bringe mit seinem fahrlässigen Gerede über einen Einreisestopp für Moslems und seiner Achtlosigkeit nur Amerikaner gegen Amerikaner auf. “Dieses Land ist auf Freiheiten gegründet”, so Obama. Zu Trumps Auftreten und Rhetorik sagte er: “Das ist nicht das Amerika, das wir wollen.”

Obama sagt Wahlkampfauftritt ab

Zwar hatte Obama wegen des Attentats in Orlando einen Wahlkampfauftritt mit seiner Parteigenossin, der voraussichtlichen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton abgesagt. Mit seiner Rede sprang er ihr aber dennoch zur Seite. Clinton selbst nutzte ebenfalls die Gelegenheit, Wahlkampf zu machen und sich gegen Trump zu positionieren: “Was Donald Trump gesagt hat, ist beschämend. Es ist respektlos denen gegenüber, die getötet oder verwundet wurden und ihren Familien. Und es ist einmal mehr der Beweis, dass Trump sein Temperament nicht unter Kontrolle hat und für das Amt des Oberbefehlshabers ungeeignet ist.”

Wessen Strategie am Ende aufgeht, ist kaum vorhersehbar. Immer noch sagen die Umfragen ein knappes Rennen vorher. Aber eine Studie, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, zeigt: Clintons Vorsprung vor Trump ist nach dem Massaker von Orlando kleiner geworden.

Kommentar von Stefan Grobe, Euronews Washington

Der Massenmord von Orlando beherrscht jetzt den Präsidentschaftswahlkampf und Stil und Inhalte beider wahrscheinlicher Kandidaten könnten nicht verschiedener sein. Der Republikaner Trump wollte Stärke demonstrieren und zeigte dabei wenig Interesse für die Reaktionen auf seine aufwiegelnden Worte. Trump versucht, politische Vorteile aus der aufkommenden Angst vor Terrorismus zu ziehen und er glaubt, dass die Mehrheit der Wähler seinen radikalen Ansatz für die nationale Sicherheit befürwortet.

Auf der anderen Seite die Demokratin Hillary Clinton: Sie zeigte sich ruhig und selbstbewusst, sie wollte Vertrauen und Gemeinschaftssinn wecken. Das Thema Terrorismus wird wohl nicht verschwinden. Und die Wähler haben klare Wahlmöglichkeiten.

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