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Stichwahl in Italien: Gradmesser für Renzis Regierung

In mehr als hundert italienischen Gemeinden stellen sich heute Bürgermeisterkandidaten zur Stichwahl.

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Stichwahl in Italien: Gradmesser für Renzis Regierung

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In mehr als hundert italienischen Gemeinden stellen sich heute Bürgermeisterkandidaten zur Stichwahl. Die neun Millionen Wahlberechtigten könnten im Land einiges verändern. Gewählt wird nämlich auch in den großen Städten: Rom, Mailand, Turin, Neapel und Bologna.

In Rom hat Virginia Raggi Chancen, die erste Frau im Amt des Bürgermeisters zu werden. Die Juristin gehört der Partei Fünf-Sterne-Bewegung an. Ihr Gegenkandidat Roberto Giachetti aus der Partei von Ministerpräsident Matteo Renzi lag im ersten Wahlgang mit 25 Prozent der Stimmen weit hinter Raggi mit 35 Prozent.

Auch in Turin könnte eine Frau gewinnen, die ebenfalls für die Fünf-Sterne-Bewegung antritt: Chiara Appendino. Die traditionell von Linken dominierte Stadtpolitik wäre damit vorerst zu Ende.

Die eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung wird angeführt von Beppe Grillo, einem landesweit berühmten Kabarettisten. Damit gerät auch das empfindliche politische Gleichgewicht in Gefahr, das Ministerpräsident Renzi geschaffen hat. Seine Regierungskoalition hat nur eine schwache Mehrheit, weshalb sich Renzi die Unterstützung durch ehemalige Politiker anderer Parteien, gesellschaftlicher Gruppen und Lobbyvertretern sicherte. Doch die Unzufriedenheit mit Renzis Reformen wächst, das zeigen bereits die Ergebnisse des ersten Wahlgangs.