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Parlamentswahl in Australien: Kein klarer Sieger

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Parlamentswahl in Australien: Kein klarer Sieger

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Nach der Auszählung eines Großteils der Stimmen ist in Australien noch unklar, wer die Parlamentswahl gewonnen hat. Die konservative Regierungskoalition verlor viele Sitze, die linke Labor-Opposition legte zu. Keine der beiden Seiten erreichte eine Mehrheit, dennoch geben sich die Spitzenkandidaten siegessicher:

“Ich bin zuversichtlich, dass wir im nächsten Parlament eine Mehrheitskoalition bilden können, wenn die Stimmenauszählung abgeschlossen ist”, so Premier Malcolm Turnbull.

Insgesamt gibt es 150 Mandate. Für eine Mehrheit sind 76 nötig. Die Koalition kam nach Hochrechnungen auf 72 Sitze, Labor auf 66. In sechs Wahlkreisen war das Ergebnis noch unklar, die anderen gingen an kleine Parteien. Nach mindestens elf Sitzgewinnen jubelte Labor-Chef Bill Shorten vor Anhängern:

“Vergangene Nacht war eine historische Nacht. Labor ist zurück!”

In Australiens Politik geht es turbulent zu: Seit 2013 gab es vier verschiedene Regierungschefs, da die Parteien wiederholt ihre Anführer stürzten. Turnbull war selbst im September an die Macht gelangt, indem er in der Liberalen Partei gegen seinen Vorgänger Tony Abbott putschte:

“Das Land hat Malcolm abgestraft, für das was er Tony Abbott angetan hat. Ich glaube, die Leute haben es satt, was in der Politik passiert. Es passierte zu oft, als wir eine Labor-Regierung hatten, es passiert jetzt wieder mit den Liberalen. Die Menschen haben es gründlich satt”, so diese Passantin.

Und dieser Mann sagte: “Ich glaube, wir brauchen jetzt eine stabile Mehrheitsregierung, vor allem jetzt mit all diesen Unsicherheiten in der Welt. Es wäre für unser Land wirklich schlecht, wenn es bei dieser unklaren Situation bliebe.”

Für den Verlust von bis zu 18 Sitzen der Regierungskoalition habe laut Turnbull die Labor-Partei mit Wählerbetrug gesorgt: Sie habe die Lüge verbreitet, seine Regierung wolle den Gesundheitsdienst privatisieren. Die Wahlkommission will die Stimmauszählung erst am Dienstag fortsetzen. Laut Analysten bekommt keine der großen Parteien einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung.

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