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Syrien: Amnesty stellt Rebellengruppen an den Pranger

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Syrien: Amnesty stellt Rebellengruppen an den Pranger

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat mehreren im Norden Syriens operierenden Rebellengruppen Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Amnesty kritisierte, dass die betreffenden Milizen teilweise vermutlich von Ländern wie den USA, Saudi-Arabien, Katar oder der Türkei unterstützt würden. Die Angaben beruhten auf Einzelinterviews mit 70 im Norden Syriens lebenden Menschen.

Philipp Luther, Leiter des Nahost-Programms von Amnesty International, erläuterte Einzelheiten:

“Wir haben Missbräuche durch fünf bewaffnete Gruppierungen dokumentiert. die im Norden Syriens aktiv sind: In Idlib handelt es sich um die Al-Nusra-Front und die Ahrar al-Scham-Bewegung. In Aleppo sind es die Levante-Front, die Nureddin-Sinki-Bewegung und die Division 16, die der Allianz “Armee der Eroberung (Dschaisch al-Fatah)” angehören.”

Luther kritisierte, Zivilisten in von Rebellen kontrollierten Regionen von Aleppo und Idlib seien willkürlichen Maßnahmen ausgesetzt. Radikalislamische Gruppierungen hätten etwa Religionsgerichte für die Bestrafung von Regelverstößen installiert, sagte Luther:

“Die Ziele der bewaffneten Gruppierungen reichen von Journalisten und Aktivisten über Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bis hin zu Kindern.”

Untersucht wurden Vorfälle aus den Jahren 2012 bis 2016. Mutmaßliche Opfer berichteten, sie seien etwa nach dem Abspielen von Musik verschleppt worden. Im Amnesty-Bericht sind mindestens 24 Entführungen von Aktivisten sowie Vertretern ethnischer oder religiöser Minderheiten erwähnt.

Amnesty rief die internationale Gemeinschaft auf, die Unterstützung der betreffenden Milizen einzustellen.

Zuvor hatte die Organisation bereits Menschenrechtsverletzungen durch Truppen der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad dokumentiert.

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