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Peru bekommt neuen Präsidenten

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Peru bekommt neuen Präsidenten

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Ein Technokrat und früherer Wall Street-Banker ist neuer Staatschef von Peru. Fünf Jahre lang wird Pedro Pablo Kuczynski, kurz PPK, wohl die Geschicke des Landes lenken. Um regieren zu können, muss der 77-Jährige sich mit allen politischen Kräften auseinandersetzen.

Vor allem mit den Anhängern seiner Rivalin um das höchste Amt im Staat, Keiko Fujimori. Nur 41.000 Stimmen trennen ihn von der Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori.

Eine Annäherung ist nötig, denn ihre Partei erhielt 73 von 130 Sitzen im Parlament – während Kuczynskis Bewegung gerade mal 17 Abgeordnete hat.

Eine verzwickte Situation, denn Kuczynski muss sich auch mit dem Gnadengesuch von Keiko Fujimoris Vater befassen. Der frühere peruanische Staatschef sitzt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Korruption ein. Fujimoris Anhänger verlangen, ihn auf freien Fuß zu setzen, was der neue Präsident bereits ablehnte. Aber, räumte Kuczynski ein,
wenn es sich nicht um ein Gnadengesuch, sondern einen Antrag auf Hausarrest handele, würde er seine Zustimmung geben.

Eine weitere Herausforderung wird sein, die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Seit 2013 ist die Wachstumsrate von 6,5 auf 3% herabgesackt.
Mit Hilfe einer besseren Wirtschaftsleistung in Peru will Kuczynski die Armut reduzieren und das Land modernisieren.

Es bleibt viel zu tun. Der peruanische Präsident erklärte,
“30 bis 40% der Menschen haben keine gute Schulbildung. Es gibt keine Polizei, keine Polizeiwachen, kein Trinkwasser und keine Krankenversorgung.”

Kuczynski selbst gehört zur Elite des Landes. Der Wirtschaftswissenschaftler wurde in Oxford und Princeton ausgebildet. Sein Vater war ein deutscher Jude und seine Mutter eine französisch-Schweizer Lehrerin sowie Tante des Cineasten Jean-Luc Godard. Der ausgebildete Musiker ist mit einer US-Amerikanerin verheiratet.

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