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Fahndung nach Erdogan-Gegnern: türkische Sicherheitskräfte nehmen mutmaßliche Putschisten fest

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Fahndung nach Erdogan-Gegnern: türkische Sicherheitskräfte nehmen mutmaßliche Putschisten fest

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Nach der Festnahme von neun mutmaßlichen Putschisten im Südwesten der Türkei sind zwei weitere Verdächtige verhaftet worden. Die Männer waren nach Angaben staatlicher Medien von einem Anwohner in der Kleinstadt Ula entdeckt worden. Zuvor hatte es demnach einen Schusswechsel mit der Polizei gegeben.

Die Festgenommenen sollen in der Nacht des Putschversuchs Mitte Juli geplant haben, den türkischen Staatspräsidenten Erdogan in einem Hotel in Marmaris festzusetzen. Dieser hat nach dem Putschversuch insgesamt rund 66.000 Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes und der Medien verhaften, suspendieren oder versetzen lassen. Erdogan wirft ihnen vor, mit seinem Kritiker Fetullah Gülen zu paktieren.

Zuletzt hatte der Staatspräsident angekündigt, die Streitkräfte vollständig unter staatliche Kontrolle bringen zu wollen. “Unsere Streitkräfte werden nach der Umsetzung des neusten Dekrets sehr viel stärker sein. Die Kommandeure der Armee sollen direkt dem Verteidigungsminister unterstellt werden”, so Erdogan am Samstag in Ankara. In der Türkei gilt nach dem Putschversuch der Ausnahmezustand. Staatspräsident Erdogan regiert per Dekret.

Ankara hat der Europäischen Union zuletzt ein Ultimatum gestellt. Die Türkei fordert die Einführung der Visafreiheit für türkische Staatangehörige bis Oktober. Die Freizügigkeit war Teil des mit Brüssel vereinbarten Flüchtlingsabkommens. Sollte dieser Teil der Vereinbarung bis dahin nicht in Kraft treten, werde man sich nicht mehr an die Regeln des Flüchtlingsabkommens insgesamt gebunden fühlen, so die türkische Regierung.

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