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Fünf schockierende olympische Momente

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Fünf schockierende olympische Momente

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Die Olympischen Spiele lassen kaum einen Sport-Fan kalt. Positive Überraschungen und herbe Enttäuschungen halten sich regelmäßig die Waage. Euronews wirft einen Blick zurück auf die fünf schockierendsten Momente.

Das Massaker von München – 1972


Während der Olympischen Spiele überfallen acht Palästinenser der Organisation “Schwarzer September” das Quartier der israelischen Mannschaft im Olympiadorf. Die Terroristen fordern die Freilassung von über 200 in Israel inhaftierten Arabern sowie der RAF-Terroristen Ulrike Meinhof und Andreas Baader. Zwei jüdische Sportler werden erschossen, neun weitere als Geiseln genommen. Die Befreiungsaktion der Polizei scheitert, weil im Fernsehen darüber berichtet wird. Alle neun Geiseln und ein deutscher Polizist sterben. Auch fünf Terroristen werden getötet.



Bombenanschlag im Olympic Park von Atlanta – 1996


Die Sommerspiele in Atlanta laufen bereits eine Woche, als im Olympic Park durch die Explosion eines Sprengsatzes zwei Menschen getötet und über 100 verletzt werden. Motiv und Täter bleiben zunächst unbekannt. Erst zwei weitere Explosionen in einer Abtreibungsklinik und einem Nachtclub für Homosexuelle führen die Beamten zu Eric Rudolph.

Rudolph wollte mit der Zündung der Bomben gegen Abtreibung protestieren und die US-Regierung zur Olympia-Absage bewegen. Er wurde zu viermal lebenslänglich und 120 Jahren Haft verurteilt.



Ben Johnson in Seoul – 1988




Kanada jubelt geschlossen über Gold durch Ben Johnson im 100-Meter-Sprint der Männer. Der Kanadier erzielt quasi im Vorbeilaufen mit 9,78 Sekunden einen Fabelweltrekord.

Der Pferdefuß: Nur drei Tage darauf wird das Muskelpaket des Dopings mit Stanozolol überführt. Johnson muss seine Goldmedaille zurückgeben. US-Star Carl Lewis rückt vom zweiten Platz auf, der Brite Linford Christie erhält Silber statt Bronze.

Aber Johnson verkraftet den Rückschlag zunächst. Bei seinem Comeback 1993 in Grenoble verpasst er nur um vier Hundertstel Sekunden den Weltrekord über die 50-Meter-Distanz. Die Freude währt nur kurz. Wenig später wird Johnson des Dopings mit Testosteron überführt und vom Internationalen Leichtathletikverband IAAF lebenslang gesperrt.



Blut im Wasser von Melbourne – 1956


Das Wasserball-Turnier im Schwimmstadion des Olympic Park von Melbourne ging wegen des Halbfinales zwischen Ungarn und der Sowjetunion in die Annalen ein. Das Spiel fand nach der Invasion Ungarns durch die Rote Armee statt, entsprechend hitzig war die Atmosphäre.

Ungarn ging mit 4:0 in Führung, als der ungarische Spieler Ervin Zador vom Russen Valentin Prokopow per Faustschlag im Gesicht getroffen wurde. Der Ungar musste blutend das Becken verlassen. Das Spiel wurde vom Schiedsrichter abgebrochen und mit 4:0 für Ungarn gewertet.

Später gewannen die Ungarn das Finale gegen Jugoslawien.



Black-Power-Salut in Mexiko – 1968




Die afroamerikanischen Sprinter Tommie Smith und John Carlos sicherten sich durch ihren Protest bei der Siegerehrung zum 200-Meter-Lauf einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Der Gold- und der Bronzemedaillengewinner senkten beim Abspielen der US-amerikanischen Nationalhymne ihre Köpfe und erhoben ihre mit schwarzen Handschuhen versehenen Fäuste. Smith trug zudem ein schwarzes Tuch, um seine Verbundenheit mit der Black-Pride-Bewegung zu bekunden.

Als Konsequenz mussten beide ihre Koffer packen und binnen 48 Stunden aus dem Olympischen Dorf abreisen. Das IOC stufte das Verhalten als eine “inländische politische Demonstration ein, ungeeignet für die internationale und apolitische Idee der Olympischen Spiele.”

Doch damit nicht genug: Smith verlor nach der Rückkehr in die USA seinen Job und sein Agent kündigte den Vertrag mit dem Sprinter. Zwei seiner Brüder seien in der Schule aus der Football-Mannschaft geflogen, ein anderer Bruder habe sein Stipendium verloren.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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