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Rio 2016: Angst vor Zika?

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Rio 2016: Angst vor Zika?

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Angst vor dem Zika-Virus überschattete die Olympischen Spiele. Das durch Mücken übertragene Virus war vor rund einem Jahr in Brasilien entdeckt worden und betrifft tatsächlich vor allem Südamerika. In der Schwangerschaft kann eine Infektion zu Mikrozephalie und anderen Fehlbildungen des Gehirns beim Fötus führen. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet von 7000 Fällen seit Oktober 2015, und hat eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen.

Athleten sagten deswegen ihre Teilnahme an Rio 2016 ab. Nicht darunter ist Tennisstar Martina Hingis, die zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wieder bei Olympia dabei ist. Auch ihre Kollegin Timea Bacsinszky aus der Schweiz hält die Angst vor einer Infektion für übertrieben. Zwei Mücken wären in dem Bus gewesen, mit dem sie zum Tennisplatz gefahren sei, sagt sie achselzuckend, und fährt lachend fort: “Ich habe sie umgebracht.”

Viele Absagen kamen von Golfern und das olympische Komitee in Rio glaubt, er wahre Grund für die Absagen sei, dass bei den Wettbewerben im Golf kein Preisgeld ausgesetzt ist. Die Angst vor Zika hält man für vorgeschoben. Das sagt auch der englische Golfspieler Danny Willett. Die Gefahr, sich in Südafrika beim Turnier mit Malaria anzustecken, sei wesentlich größer, meint er.

Bei aller Ernsthaftigkeit der Infektionen, hielt auch die WHO es nicht für notwendig, Olympia abzusagen oder an einem anderen Ort abzuhalten. Die Ansteckungsgefahr für Sportler, Funktionäre und Zuschauer sei gering. Zika ist nur für Schwangere gefährlich, und, wie der Direktor des Butantan Instituts, Jorge Kalil, erwähnt, ist es um diese Jahreszeit für Mücken in Brasilien zu kalt. “Die Zahl von Infektionen mit Zika und auch mit Dengue geht zurück, vor allem im Südwesten Brasiliens”, sagt er.

Auch Touristen sind optimistisch. Mehr als eine halbe Million Besucher werden in Rio zu den Spielen erwartet: “Ich habe drei Flaschen Insektenschutzmittel mitgebracht und ich creme mich jeden Tag ein. Ich habe auch jede empfohlene Impfung bekommen, zum Beispiel gegen Gelbfieber. Ich denke, alles ist okay, man muss nur vorsichtig sein”, sagt eine Touristin aus Taiwan.

Vor Olympischen Spielen gibt es oft Beschwerden, Kritik und Befürchtungen, die sich am Ende als haltlos herausstellen, und tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion für Besucher, Sportler und Funktionäre, die sich in Touristengebieten und hochklassigen Hotels aufhalten, kaum vorhanden.

Zika bleibt eine ernsthafte Bedrohung für die einheimische Bevölkerung, für Langzeitreisende und Rucksacktouristen. Eine Gefahr für die Teilnehmer von Rio 2016 ist es kaum.

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