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Muslime in New York erschossen - Kritik an Anti-Islam-Rhetorik

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Imam und seinen Begleiter in New York wächst die Kritik an Islam-feindlichen Ansichten à la Donald Trump. Die Polizei äußert sich zurückhaltend und fahndet nach d

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Muslime in New York erschossen - Kritik an Anti-Islam-Rhetorik

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Nach den tödlichen Schüssen auf einen Imam und seinen Begleiter in New York haben sich mehrere Hundert Menschen in der Nähe des Tatorts versammelt und der Opfer gedacht. In der muslimischen Gemeinde von Queens vermuten viele ein Hassverbrechen.
Die Polizei machte zum möglichen Motiv des Täters zunächst keine konkreten Angaben. Sie schließt laut New York Times auch einen misslungenen Raubüberfall nicht aus. Der Täter sei weiter flüchtig.

In der Kritik stehen die Vertreter von Islam-feindlichen Ansichten. Ein Gemeindemitglied sagte: “Für führende Persönlichkeiten wie Herrn Trump und Herr Giuliani und andere Mitglieder von Institutionen, die den Islam und Muslime als Feinde sehen, ist das das Ergebnis ihrer Boshaftigkeit.” Afaf Nasher vom Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (Cair) fügt hinzu, man müsse kein Muslim sein, generell keinem Glauben angehören, man müsse einfach ein Gewissen haben. “Stellen Sie sich vor, Ihr Vater wurde grundlos niedergeschossen. Lassen Sie dann ihre Gefühle sprechen in diese Stille hinein. Vor allem will ich das denen sagen, die öffentlichen Einfluss haben. Jeder einzelne von uns trägt eine Verantwortung.”

Der Imam und sein Begleiter wurden am Samstagnachmittag nahe einer Moschee erschossen. Zeugen wollen gesehen haben, wie anschließend ein Mann mit einer Waffe in der Hand den Tatort verließ.Beide Opfer, die bei dem Angriff religiöse Gewänder trugen, starben in einer Klinik. In dem New Yorker Viertel Ozone Park im Stadtbezirk Queens leben viele Muslime. Die meisten von ihnen stammen aus Bangladesch.