Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Angeblicher Raubüberfall bei Olympia in Rio: Polizei verhört zwei US-Schwimmer

welt

Angeblicher Raubüberfall bei Olympia in Rio: Polizei verhört zwei US-Schwimmer

Werbung

Die brasilianische Polizei vermutet, dass es den angeblichen Überfall auf vier Schwimmer des olympischen Teams der USA am Wochenende nicht gegeben hat. Zwei an der Ausreise gehinderte Athleten wurden inzwischen polizeilich vernommen. Offizielle Ermittlungsergebnisse gab es noch nicht.

Der angebliche Raubüberfall hatte die Sicherheit bei den ersten Olympischen Spielen in Rio erneut zum Thema gemacht und für Verunsicherung bei Sportlerkollegen gesorgt.

Die vier gabe an, mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt worden zu sein, verwickelten sich dabei aber in Widersprüche. Zudem hätten Ermittler bislang keine Beweise für die Version der Sportler gefunden, so Quellen innerhalb der Polizei gegenüber der Agentur AP.

Nach Einschätzung der Polizei kam es statt eines Überfalls zu einem Zwischenfall an einer Tankstelle. Einige der Athleten hätten dort eine Toilettentür beschädigt, woraufhin der Eigentümer eine Entschädigung verlangte. Nach einer Diskussion hätten die Athleten bezahlt. Auch ein Sicherheitsmann sei demnach anwesend gewesen, seine Waffe habe er aber nicht gezogen.

Am Mittwoch hatte die Polizei auf Anordnung eines Richters die Schwimmer Jack Conger und Gunnar Bentz am Flughafen von Rio an der Abreise gehindert und ihre Pässe eingezogen. “Sie waren nervös und verstanden nicht, was vor sich ging, warum sie nicht an Bord durften”, so ein Rechtsanwalt, der die Sportler vertritt. “Es gab Verwirrung, weil die Polizei sagte, dass sie Zeugen seien, das Gericht aber etwas anderes sagte.”

Die beiden Sportler wurden inzwischen von der brasilianischen Polizei vernommen. Ein dritter, James Feigen, soll in Kontakt mit den Behörden stehen. Der vierte, Swimmstar Ryan Lochte, war schon am Montag in die USA abgereist.

Mario Andrada, Sprecher der Olympischen Spiele in Rio, versuchte zu beruhigen: “Uns muss klar sein, dass diese jungen Leute einfach ausgelassen waren. Wir sollten nachsichtig sein. Manchmal tut man etwas, das man später bereut. Sie haben einen Fehler gemacht. Das Leben geht weiter.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel