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Humanitäre Krise am Tschad-See: Hunderttausende Kinder auf der Flucht vor Terror und Krieg

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Humanitäre Krise am Tschad-See: Hunderttausende Kinder auf der Flucht vor Terror und Krieg

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Die humanitäre Krise in der Region um den Tschad-See spitzt sich zu. Mehr als 1,4 Millionen Kinder sind nach UN-Angaben auf der Flucht vor der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. Knapp eine halbe Million leidet unter schwerer Unterernährung.
Laut UN-Hilfsorganisationen reichen die Flüchtlingslager nicht aus. Das Kinderhilfswerk UNICEF warnte davor, dass allein 50.000 Kinder in diesem Jahr sterben würden, sollten sie keine Hilfe bekommen.

Einige Erwachsene seien so erschöpft, dass sie sich nicht mehr bewegen könnten. Kinder mit angeschwollenen Gesichtern und ausgehöhlten Augen seien eindeutige Hinweise auf akute Unterernährung, sagte ein UN-Sprecher in Genf. Er forderte für Helfer gepanzerte Fahrzeuge, die Schutz bieten, um humanitäre Hilfe leisten zu können und die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu erreichen.

Von akuter Mangelernährung können
sich Kinder nur mit Hilfe einer spezialisierten Therapie
wieder erholen. UNICEF fehlen dazu nach eigener Aussage rund 250 Millionen Euro an Hilfsgeldern. In dem Gebiet in Zentralafrika kämpft Boko Haram seit
sieben Jahren gegen Regierungstruppen. Nach militärischen Rückschlägen verübt die Miliz zunehmend Selbstmordanschläge.

Zur Region des Tschad-Sees gehören neben
Nigeria auch Kamerun, Tschad und der Niger. Die Krise gehöre auf der globalen Agenda zu Migration und Flucht nach oben gesetzt, forderte der Unicef-Direktor für West- und Zentralafrika,
Manuel Fontaine. Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte erst kürzlich gewarnt, dass sich die Zahl der auf Nahrungsmittelhilfe angewiesenen Menschen dort seit März auf rund 4,5 Millionen Menschen fast verdoppelt hat. Hilfsorganisationen seien angesichts der wachsenden Bedürfnisse überfordert.

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