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Litauen probt urbane Kriegsführung

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Litauen probt urbane Kriegsführung

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Litauen probt den Ernstfall. Angesichts wachsender Sicherheitsbedenken seit der Annexion der Krim durch den Nachbarn Russland im Jahr 2014 hat die litauische Armee eine Truppenübungsstadt im Miniaturformat in Betrieb genommen. Auf dem 15 Hektar großen Gelände sind unter anderem eine Kirche, eine Einkaufspassage und ein Stadion angesiedelt worden, um urbane Kriegsführung inklusive Häuserkampf zu trainieren.

Der litauische Armeechef Jonas Zukas erläuterte vor Ort:

“Wenn in Städten gekämpft wird, spielen technologische Vorteile des Gegners keine große Rolle mehr. Der Einsatz von Artillerie oder Luftangriffen ist in dem Fall nur stark eingeschränkt oder gar nicht möglich. Ein Grund ist die schwierige Berechnung von möglichen Zielen. In einem Straßenzug können sich feindliche Truppen aufhalten, in einer benachbarten Straße womöglich schon die eigenen Verbände.”

Russland bestreitet Gebietsansprüche im Baltikum, doch laut einer Umfrage aus der vergangenen Woche fühlen sich 60 Prozent der Litauer durch die Außenpolitik des Nachbarlandes bedroht. Ähnliche Sorgen gibt es in den beiden anderen baltischen Nationen, die ebenfalls Landesgrenzen zu Russland haben. Auch deshalb denkt der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas über die eigene Grenze hinaus:

“Unsere Schwesterstaaten Lettland und Estland verfügen nicht über solche Truppenübungsorte. Wir laden diese Nachbarn zu gemeinsamen Übungen der Stadtverteidigung ein.”

Wegen des gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses der östlichen Bündnispartner hat die Nato hat bei ihrem Gipfel Anfang Juli die Entsendung von je rund 1000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen beschlossen. Ein Bataillon der Bundeswehr wird den neuen Truppenverband in Litauen anführen. Es soll Anfang 2017 auf dem 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius gelegenen Übungsgelände in Rukla stationiert werden.

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